Asphalttiger


https://pixabay.com/de/photos/hippie-frieden-freiheit-brille-3146885/

Bild von Bruno /Germany auf Pixabay

Haare weit über das Kinn,
verwuschelt, kleine Wellen drin,
Batikhemd, muskulöse Brust,
lächelndes Grinsen voller Lust
aufs Gesehen werden,
klick, klack, wie bei Pferden,
die übers Pflaster schnaufen,
geborgte Gangart zum Laufen
über die Fußgängerzone,
selbstverständlich nicht ohne
Stiefeleisen an den Absätzen,
der Klang sollte schon fetzen,
was nützt die Bemühung
einer stolzen „Unterkühlung“,
damals neudeutsch Coolness,
Übersetzung, reine Fairneß
gegenüber später Geborenen,
nach den irren Verschrobenen,
wenn er nicht angekündigt,
wird der Träger nicht gewürdigt,
eines Blickes oder zwei, drei,
das verschaffte erst das Frei,
das Wilde, Unbändige, das „free“
der endlosen Steppe, der Prärie,
egal ob in Überlingen, Berlin,
ohne klick, klack, schaut keiner hin,
so einen bunten Schlaghosenträger,
so einen sechziger Straßenfeger
habe ich heute gehört, gesehen,
ich hielt an mich, um nicht zu flehen,
bleib stehen, du bringst Zeit zurück,
als “Give Peace a Chance”, nicht nur ein Musikstück.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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