Bahnhofsrampe


https://pixabay.com/de/photos/rampe-laderampe-alter-bahnhof-alt-2757006/

Bild von Momentmal auf Pixabay

Auf der Rampe stand sie still,
ganz oben, aus eigenem Will.
Bald, gleich wird er kommen,
schwindelig, leicht benommen
horchte sie in den Wind hinein,
sie schafft‘s, bin nicht zu klein.
Vom See zieht dichter Nebel auf,
die Strecke kennt sie, hin und rauf.
Jeder Kieselstein ist ihr vertraut,
sie vernimmt den gewünschten Laut,
der Güterzug naht, es ist soweit,
ihr Herz bummert, sie ist bereit.
Jetzt passiert er die Schranken,
der Boden beginnt zu wanken,
die Lok mit ihr auf gleicher Höhe,
sie stößt sich ab, als wenn sie flöhe
vor allen Monstern dieser Welt,
die Kirchturmglocke dumpf schellt,
Mitternacht ist längst vorbei,
niemand hört ihr wildes Geschrei.
Die Rollschuhe sind mit ihr geflogen,
oder hat der Zugwind sie mitgezogen,
egal wie auch immer, Ziel erreicht,
als der letzte Waggon sich anschleicht,
lächelnd sieht sie ihm entgegen,
werd‘ das Ziel nach hinten verlegen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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