Chemnitzer „Hair-Aufführung“ setzt rassistisches Signal


Das Theater bemüht sich um Schadensbegrenzung

Als ob nicht Sachsen im Osten Deutschlands schon genug Probleme mit seinem Ruf einer Nazihochburg hat. Selbst die  etlichen Vorkommnisse eines Mobs in der ehemaligen Karl-Marx-Stadt sind keineswegs zufälliger Natur, sondern viel eher die Spitze eines Eisberges.

T-Online setzt sich bei dieser berechtigten Thematik mittels Motsi Mabuse auseinander, die empört über das Theater Chemnitz reagiert, „Hair ohne Schwarze. Gerade wo aktuell über Vielfalt in der Gesellschaft und Rassismus breit diskutiert wird?“

Jede Ausrede wirkt deplatziert

Zumal es etliche farbige Darsteller gibt, die ohne weiteres entsprechende Rollen im Musical übernehmen könnten. Insofern eine völlig berechtigte Aufregung aufkommt. Was hat sich die Theaterführung nur dabei gedacht?

Besonders „Hair“ steht doch für die Freiheit aller Menschen untereinander, ein unbedingter Protest gegen den Vietnamkrieg, in aufkommender Hippie-Bewegung darf kein Platz mehr für Rassismus sein, Krieg und Gewalt im beginnenden Zeitalter des Wassermannes sollten endlich der Vergangenheit angehören. Das ist die Botschaft von Hair.

Theaterführung sollte ihre verfehlte Haltung überdenken

Denn die rassistische Signalwirkung nutzt den rechtsradikalen Kräften in Chemnitz, die das gern aufgreifen werden. Während weltweit Rassismus längst nicht überstanden ist, macht die Theaterführung in Chemnitz Nägel mit Köpfen? Daß hierbei Kopfschütteln aufkommt, sollte mehr als verständlich sein.

Die angedachte Podiumsdiskussion, die die Leitung jetzt auf den Weg gebracht hat, mag ja eine gutgemeinte Idee sein, zumal das exemplarisch in der Theaterwelt gern veranstaltet wird, die direkte Auseinandersetzung zwischen Publikum und Ensemble nach solchen Aufführungen. Dennoch muß man die Entscheidung dieser Fehlbesetzung mit Nachdruck anprangern. Es verbleibt der Eindruck eines rassistischen Vorgehens!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kulturelles

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4 Antworten zu Chemnitzer „Hair-Aufführung“ setzt rassistisches Signal

  1. rottweilistueberall schreibt:

    Das ist lustig. Nicht sonderlich klug von der Theaterleitung bestimmt – aber eher amüsant als ein Aufreger. In Schwaben sagt man ´gut gemeint ist auch daneben´.

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    • Michael Stickel schreibt:

      Seit wann sind rassistische Entscheidungen amüsant? Gut gemeint?
      Ihr Kommentar ist gutgemeint, jedoch meilenweit daneben!

      Gefällt 1 Person

      • rottweilistueberall schreibt:

        Das ist keine rassistische Entscheidung, die Theaterleiter sind keine Rassisten, das war ein Denkfehler. Und – ja, den finde ich amüsant. Man muss nicht immer gleich die dickste Sau durchs Dorf treiben 🙂 hg

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  2. hraban57 schreibt:

    Im Kontext zu Chemnitz, der zweifellos rechtsradikalen Einstellung vor Ort (klar doch, es gibt auch Linke dort), kann auch ich da nichts „amüsant“ finden, insofern entschied die Theaterleitung sehr wohl rassistisch angesichts dieses Hintergrundes, obendrein verunglimpfte sie damit „Hair“ selbst. Manchmal ist es so gar nötig, die „dickste Sau durchs Dorf zu jagen“. Wie sollen jene Figuren sonst verstehen, was falsch läuft?!

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