Tierversuche keinesfalls ethisch vertretbar


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Ihr Nutzen ohnehin fragwürdig

Warum sollte ausgerechnet der Mensch sich Gedanken über das Leid der Tiere machen, wo er doch selbst keinerlei Skrupel hat, die eigene Spezies zu foltern oder umzubringen? Sich selbst als höchstes Wesen auf Erden definierend, haben sich daher Tiere unterzuordnen, gefälligst seinem Wohlwollen dienlich zu sein.

Dennoch gibt es beherzte Menschen, die Tierversuche für ethisch nicht vertretbar halten, ihr Nutzen fragwürdig erscheint. Inwieweit sich die Argumentation der fleischverzehrenden Ernährung dabei noch aufrechterhalten läßt, bleibt mal dahingestellt, soll nicht hier thematisiert werden.

Massenleiden im Sinne der Forschung

Einerseits sind seit über zwanzig Jahren hierzulande Tierversuche für Kosmetika erfreulicherweise verboten, in der EU seit 2004, andererseits haben gewissenlose Kosmetikfirmen keine Probleme damit, einfach in Drittländer auszuweichen. Nur der Verbraucher selbst hat es dann in der Hand, derartige Firmen zu meiden, wenn er denn die Information erhält, unabhängig davon daß etliche Inhaltsstoffe trotzdem vorher in Tierversuchsreihen getestet wurden.

Ob zur Grundlagenforschung, der Arzneimittelforschung, der Herstellung und Qualitätskontrolle von Produkten, zur Toxizitätsbestimmung oder in der Verhaltensforschung, im Jahre 2009 mußten rund 2,8  Millionen Tiere in der BRD in Versuchen leiden und sterben. Wunderbar reihen sich menschengemachte Gesetze und Verordnungen ein, so wie die EU-Richtlinie zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere, um auf diese Weise sich juristisch zu rechtfertigen: eine kaltschnäuzige Argumentation wider eines Massenleidens.

Tierversuche in der Sackgasse

Solange fleißig Tierversuche legalisiert stattfinden dürfen, seit 2004 nehmen sie in Deutschland erneut erheblich zu, ihre Befürworter ewiglich mit ihren Erfolgen prahlen, sei es für die Entwicklung von Impfseren, in der Chirurgie zur Verfeinerung neuer Operationsmethoden, organische  Funktionsweisen bis hin zur Krebsforschung, haben sie zunächst einleuchtend klingende Argumente vorzuweisen.

Allerdings bewegen wir uns an einer Gratwanderung dramatischer Zuspitzung menschlicher Schicksale, wer vielleicht Caterina Simonsens leidenschaftliche Befürwortung der Tierversuche kennt. Ihr Statement auf ihrer Facebookseite löste eine lebhafte Debatte aus. Da befindet sich eine junge Frau am „Tropf medizinischer Forschung“, die ihr demnach das Leben gerettet haben soll, obgleich alljährlich Millionen Tiere sterben müssen, um Erkenntnisse zu erbringen. Dialektik in Reinkultur: Mensch gegen Tier, das Recht des Stärkeren, des sich überlegen Fühlenden obsiegt.

Nicht nur der 1979 gegründete Verein Ärzte gegen Tierversuche  setzt sich seitdem für eine Medizin ohne Tierversuche ein, sondern etliche Gegner führen auch an, inwieweit sie nichtig sind. Der eigentliche Nutzen für die Humanmedizin wird zunehmend in Frage gestellt, andere Ersatzmethoden bieten sich längst an, wie z.B. die Verwendung von Zellkulturen in vitro. Die Übertragbarkeit von Tieren auf den Menschen nach Versuchsreihen erweist sich des Öfteren als unrealistisch und somit nicht effektiv. Dabei berücksichtigen Tierversuche ohnehin den menschlichen Lebenswandel keinesfalls, doch dieser muß einfließen, um ein objektives Ergebnis solcher Forschungszwecke zu erlangen. Der österreichische Autor Helmut Friedrich Kaplan stellte die Frage: Sind Tierversuche ethisch zu rechtfertigen?

„Die Mitteilungsmöglichkeit des Menschen ist gewaltig, doch das meiste, was er sagt, ist hohl und falsch. Die Sprache der Tiere ist begrenzt, aber was die damit zum Ausdruck bringen, ist wichtig und nützlich. Jede kleine Ehrlichkeit ist besser als eine große Lüge.“ (Leonardo da Vinci)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Tierschutz/Tierrechte

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