Prostitution: Gratwanderung zwischen Freiwilligkeit und Gewalt


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Bild von Erik Tanghe auf Pixabay

Der deutsche Weg prinzipiell verkehrt?

Sex sells, weltweit an allen Orten. Das Klischee vom Hochbumsen in der Kunstszene oder wo auch immer hat traurige Wirklichkeit, ob das gefällt oder nicht. Während die einen es vollkommen ungeniert genießen, sowohl die Nutznießer als auch die in diesem Fall sich Verkaufenden, um Vorteile zu erwirken, schaut es beim Reizwort Prostitution ein wenig anders aus.

Das ruft gern die Wächter der Moral, die Behüter des Schutzes der gepeinigten Frauen auf den Plan. Jene Gratwanderung zwischen Freiwilligkeit und Gewalt rückt in den Fokus genauerer  Betrachtung, Statistiken und Berichte von Betroffenen werden hervorgekramt, gar der deutsche Weg als prinzipiell verkehrt in Frage gestellt. Läßt sich das wirklich so simpel festmachen? Im Grunde genommen unbedingt, denn Prostitution bedeutet das immer Gewalt.

Heuchelei soweit das Auge reicht

Vielleicht mag das ein wenig nüchtern klingen, aber wo Angebot und Nachfrage herrschen, dort findet eben die Prostitution statt. In Ländern wie im „Muster-Staat“ Schweden, der  bereits 1999 ein Gesetz erlassen hat, daß den Freiern verbietet, für Sex zu bezahlen, ist die Prostitution drastisch zurückgegangen, Irland, Dänemark, Island und Frankreich orientierten sich daher ebenso daran.

Obwohl etliche Versuche, seien es die bekannten Ermahner wie Emma, die besonders den deutschen liberalen Weg anprangern, in dem der Menschenhandel und dessen Gewaltszenarien zitiert werden oder die Kirche den heuchlerischen Zeigefinger erhebt, wenn die Ordensschwester und Frauenrechtlerin Lea Ackermann im Interview betont, daß es per se eigentlich keine Freiwilligkeit bei den Prostituierten gebe, dann darf man sich schon wundern, wieso dermaßen viele dieses Gewerbes es dennoch tagtäglich vollrichten. Allesamt erniedrigt, in tiefster Scham sich ihrem Schicksal ergebend? Soviel schauspielerische Fähigkeiten entgegen innerer Abscheu oder Abgebrühtheit kann menschliche Seele überhaupt auf Dauer eben nicht verkraften.

Natürlich gibt es leider die Gewalt, die Zuhälterei, den Menschenhandel, das üble Milieu dieses sogenannten alten Gewerbes, somit auch den Zwang, der mit Mißbrauch einhergeht. Das ist unbestreitbar.

Polizei und Feministinnen sorgen für Befreiung der Prostituierten?

Ginge es nach Alice Schwarzer wie eine Laudatio des Doña Carmen Vereins mit dem Titel „Alice Schwarzer – eine würdige Vertreterin des Polizeifeminismus“ bemerkt. Dort wird ganz besonders deutlich hervorgehoben, inwieweit die Frauenrechtlerin sich verrennt im Kampf gegen sexuelle Ausbeutung, das obendrein mit Rückendeckung der Katholischen Kirche. Insofern gebührt ihr angeblich die Verleihung der „Ehrenkarte in Gold“ für ihr inniges, tiefgreifendes Engagement im Dienste des Polizeifeminismus, wie der ominöse Verein bemerkt.

Daß solche nebulösen Erkenntnisse den Prostituierten selbst kaum bis gar nicht weiterhelfen, verkennt dieser allerdings. Sicherlich kann man sich mit einer Alice Schwarzer anlegen, aber der Verein gerät dabei in den Verruf, selbst Prostitution mit all ihren brutalen Facetten gutzuheißen!

Im Grunde genommen gut recherchiert, wie diese Dokumentation im ZDF aufzeigt. Bordell Deutschland und das Milliardengeschäft Prostitution verdeutlichen vehement, was hierzulande völlig verkehrt läuft. Die Politik ist am Zug, dies zu ändern, erst recht wenn diese sich EU-Rechte auf die Fahne schreibt, wie im Film angeprangert wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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2 Antworten zu Prostitution: Gratwanderung zwischen Freiwilligkeit und Gewalt

  1. Ronald Schubert schreibt:

    Ich bin nun kein Virologe, aber ich verstehe nicht, warum jetzt nicht mehr getestet wird, denn die Kapazität wäre nun da. Alle verwendeten Zahlen sind Hochrechnungen und Schätzungen…

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  2. rottweilistueberall schreibt:

    Ich weiß nicht- ich denke, es ist wie bei Vielem- das Problem ist nicht die Prostitution an sich, das Problem ist die schlecht bezahlte Prostitution?
    Es gibt Frauen, die mit demselben Selbstverständnis Hure sind wie andere Maklerin. Oder so. Salopp ausgedrückt. Sex kann eine Dienstleistung sein. Irgendwie schon. Aber WO sie es ist, da soll sie gut bezahlt sein. Dieser Job verlangt viel von denen, die ihn ausüben. Das sollte sich im Lohn ausdrücken. Kein Fick unter 500 Euro. So in dem Stil.
    https://beatekalmbach.home.blog/2019/09/21/im-lido/

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