Kohlekraftwerk Datteln 4 ein fauler Kompromiss


Greta Thunbergs Mißmut berechtigt

Von Einsicht seitens der Bundesregierung oder der NRW-Landesregierung keinerlei Spur. Ganz im Gegenteil, mit den Protesten gegen den Start von Kraftwerk Datteln 4 äußersten auch Bergleute ihren Unmut, weil diese vor zwei Jahren noch ihren Arbeitsplatz mit der letzten geschlossenen Zeche verloren hatten, jenes neue Steinkohlekraftwerk als Provokation werten.

Erinnert sei in diesem Kontext an die letztmalige UN-Klimakonferenz in Madrid, die lediglich mit einem Minimalkompromiß aufwartete, weil bestimmte Staaten sich weiterhin erfolgreich verweigert hatten. Doch mit Verharmlosung erreicht man keineswegs zuvor beschlossene Klimaziele.

Lousia Neubauer kündigt weitere Proteste an

Was man bei der Sprecherin von Fridays for Future in Deutschland durchaus erwarten darf. Es sei ein „beschämender Tag für Europa“ meldete sich gleichwohl Greta Thunberg in einem Tweet letzten Samstag zu Wort, es handle ich sich mit der Inbetriebnahme von Datteln 4 um ein falsches Signal an den Rest der Welt.

Umweltorganisationen wie Greenpeace, Ende Gelände oder der BUND waren vor Ort, um mit Nachdruck gegen dieses postfaktische Kraftwerk zu protestieren, der dürftigen Entschuldigung seitens der Bundesregierung als auch der NRW-Landesregierung, vier ältere Steinkohlekraftwerke würden abgeschaltet werden, man könne die zusätzlichen Kohlendioxid-Emissionen des neuen Kraftwerks kompensieren, schenkten sie selbstverständlich keinen Glauben.

Der Kurs ignoranter Wirtschaftsinteressen hält an

Denken wir zurück ans Verhalten von RWE, beim Kampf um den Kohleabbau setzte sich damals der Energieriese durch, hielt knallhart an seinem Rahmenbetriebsplan fest. Insofern sollte man sich nicht wundern, daß verantwortliche Politiker reihenweise sich dem Wirtschaftsdiktat beugen.

Ob anhaltende Proteste sich am Ende durchsetzen, bleibt mal dahingestellt. Selbst die AKW-Bewegung konnte wenigstens hierzulande punkten, obwohl weltweit immer noch dem Atomstrom Türen geöffnet werden. Mit dem Klimawandel hat die Menschheit allerdings ein ziemlich kleines Zeitfenster, will sie noch korrigierend eingreifen. Verpaßt sie die Chancen, schaut es recht düster aus.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Eine Antwort zu Kohlekraftwerk Datteln 4 ein fauler Kompromiss

  1. Ronald Schubert schreibt:

    Nicht nur Greta hat Grund, sauer zu sein, denn entweder steigt man zu einem beliebig wechselndem Datum ganz aus der Kohle aus oder man lässt es. Nur die Lügen unter dem Druck der Lobby macht keinen Politiker glaubwürdiger. Was mich angeht, sehe ich mich mal wieder bestätigt!

    Gefällt 1 Person

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