Mensch war keineswegs das Maß aller Dinge


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Bild von Ria Sopala auf Pixabay

Neulich am Ende des Blauen Planeten

Ausgezogen die Gedanken, in Gefühlen badend unterwegs. Eine Welle der Unsicherheit durchfuhr Mark und Bein, nahezu gelähmt standen sie still, der Ungewißheit entgegenblickend, schier ziel- und rastlos kurz vor erschrockener Ohnmacht. Welch eindrucksvolle Minuten waren ihnen begegnet, die allzu deutlich ihre Machtlosigkeit vor Augen führten, mit gewisser Autorität ihnen nicht nur Grenzen des eigenen Daseins aufzeigten, sondern obendrein die unwiderrufliche Hilflosigkeit.

Nein, Mensch war keineswegs das Maß aller Dinge, hatte so viele Chancen im Laufe seines Erdendaseins verstreichen lassen, sich viel eher ständig Eliten verschrieben, deren Mächte in blindem Gehorsam bedient, statt das Allgemeinwohl der Masse auch nur ansatzweise zu berücksichtigen. So viel Leid und Tod begleitete sie all die Jahrtausende, unnötige Qualen mußten etliche bis zum letzten Atemzug über sich ergehen lassen, dies alles nur, weil einige sich über andere erhoben, die kosmischen Gesetze außer acht ließen, sie mit Füßen traten in ihrer irrsinnigen Überheblichkeit und Bosheit.

Das alles schaute ihnen vorwurfsvoll entgegen, einem Spiegel gleich, der unvorstellbar kraftvoll jede einzelne Gehirnzelle zum Schwingen brachte, eine innere Aufruhr sich in ihnen entlud, ein Aufschrei wie bei Wahnsinnigen, um ihnen messerscharf die eigenen Versäumnisse der Vergangenheit vorzuwerfen. Aber nicht etwa im Sinne eines weltlichen Gerichts, viel eher sie dem entrüsteten Sturm schöpferischer Gerechtigkeit auszusetzen, dem sie so gar nicht entfliehen konnten.

Ein Spektakel begegnete ihnen, welches sämtliche bis dahin bekannten Eindrücke aus der Filmwelt in den Schatten stellte, bespickt mit gigantischen Lärmquellen, Gerüchen in ungewohnt hoher, teils penetranter Konzentration. Manche vertrugen sie nicht und mußten sich extrem übergeben. Bilder des Schreckens stürzten auf sie ein, ganz ähnlich wie kurz  vorm Ableben, in rasender Geschwindigkeit an ihnen vorbei. Keine Ruhe, kein Erklimmen musevoller Ideen wurde ihnen gewährt. Es galt das Gesetz der zwanghaften Anwesenheit, von der sich niemand zu lösen vermochte.

Schon fielen die ersten der Länge nach hin, manche mit aufgerissenen, gebrochenen Augen, weil Gevatter Tod sie geholt. Sie wußten mitnichten, wer ihnen da begegnete, sie in jenen Bann zog. Aber mit Gewißheit wurde ihnen klar, daß sie keinerlei Chance hatten, auszuweichen, wobei zugleich eindringliche Stimmen zu verstehen gaben, wer hier was von ihnen verlangte. In der Stunde der Wahrheit, die deutlich aufgezeigt wurde, blickten sie zugleich einer neuen Zukunft entgegen, in der alles bisher Dagewesene vergessen sein sollte, als  hätte es nie existiert. Mensch ward eine bessere Welt zur Verfügung gestellt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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