Der kleine Faschist


Der kleine Faschist
manchmal traurig ist,
nie versteht man ihn nicht,
sein Wort hat kein Gewicht,
nirgends wird er erwähnt,
jeder stets gähnt,
unwichtig seine Sprache,
Langeweile seine Sache.

Der kleine Faschist
denkt, wichtig er ist,
seine Stimme gewaltig,
sein Wissen großartig,
er findet seine Anhänger,
die wie er Kostgänger
beim Laben an anderem Leid,
ihre Minderwertigkeit heilt.

Der kleine Faschist
kein Träumer ist,
wirklichkeitsgetreu ahmt er
jeden Lebensbereich totalitär,
egal ob Horror oder Freude,
er verbrennt Liebe wie Gebäude,
empfindet Haß als Genugtuung,
Zerstören bedeutet Befriedigung.

Der kleine Faschist
kein Einzelgänger ist.
Gefühlskälte ihr Muß,
fördert Hype zu mehr Genuß,
sie lechzen ständig nach Publikum
fürs gegenseitige Handlangertum,
es hilft, unter Zeugen zu quälen,
Helden aus dem Ego sich schälen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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