Corona-Krise zwischen Bierlaune und berechtigter Vorsicht


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Von Entwarnung kann keine Rede sein

Betrachtet man allerdings das Verhalten etlicher ganz besonders in Großstädten und gewissen Brennpunkten, darf mit Fug und Recht behauptet werden, Leichtsinn sucht sich Wege unbesorgter Entfaltung. Was vor zwei Wochen noch sorgenvoll uns beschäftigte, das Laissez-faire der Lockerungen, bewahrheitet sich ganz offensichtlich.

Die Zahl der weltweit Infizierten übersteigt offiziell die 5-Millionen-Grenze, über 1,5 Millionen unter ihnen in den USA, mehr als 327.000 Erkrankte sind inzwischen verstorben. Nun könnte man ja leichtsinnig einwenden, bei der Spanischen Grippe seien rund 50 Millionen Menschen verstorben, die Covid-Todesopfer wären nur ein Bruchteil im Verhältnis zu damaligen Zahlen. Wer solches anregt, sollte aber hinzufügen, daß wir uns im Moment beim Beginn der neuen Pandemie befinden.

Neuinfektionen und Laschets hinkender Vergleich

Warnende Stimmen wurden bekanntlich kaum noch gehört, zumal mit den ersten Lockerungsmaßnahmen auch etliche sich berufen fühlten, sich dem erschreckend undifferenzierten Widerstand 2020 anzuschließen, der wohl eindeutig das Werk rechtsradikaler Kräfte sowie aus der Querfrontbewegung stammt. Hauptsache unsere Demokratie in Frage stellen und am besten zerlegen, so dessen Ziel.

Ebenso bei Hotspots wie in Berlin selbst steigt demnach wieder die Zahl der Neuinfektionen, was durchaus absehbar war. Das Verhalten des Nordrhein-Westfälischen Ministerpräsidenten  Armin Laschet kann letztendlich kaum noch verwundern, dessen Biergarten-Vergleich für Kita-Öffnungen entspricht seiner bisherigen Einstellung zur Corona-Krise. Daß sein Vergleich ziemlich hinkt, scheint ihn wohl eher nicht zu interessieren, sonst würde er verantwortungsvoller entscheiden. Etliche Virologen warnen keineswegs zufällig vor allzu leichtsinnigen Lockerungen.

Zu wenig gesicherte Erkenntnisse

Anstatt mehr Vorsicht walten zu lassen, reagiert auch die deutsche Politik inzwischen auf ungeduldige Stimmen. Zunächst offenbarte Bundeskanzlerin Angela Merkel ein hohes Maß an verantwortlichen Entscheidungen, was auch dazu führte, daß die Todeszahl im Vergleich zu anderen Ländern sich deutlich in Grenzen hält.

Trotzdem sind es inzwischen über 8.000 Todesopfer. Von einer Entwarnung kann folglich keine Rede sein mit steigenden Neuinfektionen sowie einer aktuellen R-Zahl von 0,88. Es fehlt eben noch an mehr gesicherten Erkenntnissen in dieser gerade begonnenen Pandemie, die uns wohl noch länger beschäftigen wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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3 Antworten zu Corona-Krise zwischen Bierlaune und berechtigter Vorsicht

  1. peter k. schreibt:

    werter verfasser, in berlin + anderswo in d sinkt die zahl der infizierten. in berlin – bei etwas mehr als 3000000 einwohnern- momentan heute 485 infizierte. die meisten neuen infektionen wurden in fleischereien, versanddienstleistern, pflegeheimen festgestellt, kein wunder. bitte informiere.

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  2. wolfgang fubel schreibt:

    Vatertag!
    Im Berliner Biergarten:: Hunderte Besucher an den Tischen, von Sicherheitsabstand und das tragen von Masken nicht die Spur zu sehen Ein Ober von Fünfen trug eine Maske. Radfahrer im dichtesten Pulk ohne Maske an sonnigen Plätzen! Dutzende Menschen dicht an dicht Menschen haben in Gruppen bis zu zehn Leuten dicht beieinander gestanden und fröhlich das schöne Wetter genossen!
    keine Spur von Agression.::(WO IST IHR MUNDScHUTZ ??) nichts dergleichen.
    Ich hab mich an vergangene Zeiten erinnert. konnte kaum Glauben was ich dort sah !!

    Was erzählen Uns die Medien eigendlich?????

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    • hraban57 schreibt:

      Du weißt schon, für was Medien da sind, oder? Nicht zum Erzählen, zum Berichten. Die Retourkutsche kommt früh genug, spätestens mit der zweiten Welle, nachdem dieser Leichtsinn sich vielfach rächt.

      „Aber Hauptsache friedlich, schon klar, genauso wie das Erkranken und Sterben an der Seuche.“ (Ironie-Button off)

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