Unumwundener Klang


https://pixabay.com/de/photos/sonnenuntergang-fr%C3%BChling-schmelzen-2169751/

Bild von Arek Socha auf Pixabay

Ein Kind war ich damals noch,
ein wenig größer als ein Dreikäsehoch,
des sanften Tröpfelns wegen
blieb ich auf den wackeligen Stegen,
an denen Schiffe, Boote liegen,
die sich sonst im Wasser wiegen,
winzige weiche Wasserbläschen
tränkten mein kleines Näschen,
träufelten ihren spritzigen Singsang
und diesen spitzen Pfeifklang
tief in mein Gefühl und Wissen,
Mutter lehnt mit Armen auf dem Kissen
aus den großen Wohnzimmerfenstern,
sieht mich umgeben von Gespenstern,
die mich in den Schlund des Sees zerren,
sie pfeift, anstatt durchs Dorf zu plärren,
die Kleine ist schon wieder entwischt,
kein Zaun zu hoch, kein Gatter zu dicht,
komm sofort nach Hause zurück,
zu Ende war mein riechendes Musikstück,
das Geplätscher, das Seele riechen läßt,
atme ich ein, wenn Regen mich benäßt,
spüre ich, wenn Schmerzen klopfen,
ein zartes Kribbeln von fallenden Tropfen,
das Geplätscher mit Pfiffen verbunden,
erinnert vom Glück der Liebe unumwunden.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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