Corona-Krise: Laissez-faire der Lockerungen rächt sich


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Mit dieser Ungeduld zum nächsten Shutdown?

Ein Schritt vor, zwei zurück, so die Lage auch hierzulande der Weg zu erneutem Unglück. Ziemlich offensichtlich kapituliert die Bundesregierung, verläßt ihren bisher geduldigen Kurs, um ewigen Wirtschaftseiferern nachzugeben, vorneweg die NRW-Gruppe um Laschet und Lindner, eine CDU-FDP-Allianz, die alles andere als guttut, fast schon käme man in Versuchung, sie woanders zu verorten.

Allerdings wäre das eher zweifelhaft, jener kriminelle Widerstand 2020 ist die Tastatur und das Papier nicht wert, vertiefter zu thematisieren. Es sollten sich mit ganz großer Mehrheit vernunftbegabte Menschen einfinden, die genau solches eben nicht zulassen. Unkenrufe, die der Kanzlerin jetzt Schwäche vorwerfen, verblassen aber hinsichtlich der weiteren Gefahr jenes Covid-19, die keineswegs gebannt ist.

Katja Kippings Kritik durchaus berechtigt

Die Linken-Chefin mahnt die Lockerungsdynamik an, in der Summe wäre sie kein Ausweg aus der Corona-Krise, sondern würde reinführen in die zweite Welle, ein erneuter Shutdown drohe dann. Die SPD steht zu den Beschlüssen als Koalitionspartner, aber SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert dennoch scharf den Wiederbeginn der Bundesliga.

Kann das wirklich verwundern, weil schließlich viel Geld König Fußball mitbestimmt? Letztendlich nicht, wie wir gleichwohl bei der Autolobby beobachten können. Einerseits sind vor allem kleinere und mittlere Betriebe in der Corona-Krise extrem in Mitleidenschaft gezogen, nur die Automobilindustrie berappt man ziemlich freizügig und ohne jede Scheu. Ein Fauxpas und Armutszeugnis, was mal wieder den Kurs einer bestimmten Politikklientel unterstreicht.

Wider die Wissenschaft – Drostens Bedenken werden beiseitegeschoben

Welche Dramatik besonders Vorsichtige beobachten und feststellen müssen, die da aufwartet. Statt wesentlich mehr Geduld an den Tag zu legen, diese extreme Krise vorausschauender zu entschärfen, greifen nunmehr jene beschlossenen Lockerungen. Obwohl der Virologe Christian Drosten einerseits berechtigt darauf hinweist, daß er nur Empfehlungen geben kann, die Politik solle dann entscheiden, reagieren besonders die Ministerpräsidenten der einzelnen Länder viel zu freizügig. Selbst der sonst besonnene Markus Söder stimmt ein in den Reigen eines Laissez-faire.

Skepsis bei all jenen, die mit äußerst mulmigem Gefühl eine zweite Welle befürchten, wie auch Alexander Kekulé anmahnte. Man kann allen nur zustimmen. Die Corona-Krise ist eben längst nicht vorbei, sie wird uns noch lange beschäftigen, hoffentlich ohne vermehrte Todesopfer, hierzulande, weltweit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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2 Antworten zu Corona-Krise: Laissez-faire der Lockerungen rächt sich

  1. Die Kapitulation der deutschen Bundesregierung vor der Wirtschaft und vor dem rechtsextremen Mob wird negative Folgen haben.

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  2. Ronald Schubert schreibt:

    Die Ölkrise von 1973 war eine Krise, denn die konnte man mit Verhandlungen und Geld beenden. Corona ist eine knallharte natürliche Seuche und als die begann, galt noch das Seuchenschutzgesetz, das sofort in Infektionsschutzgesetz umbenannt wurde und selbst Pandemie ist eine Bezeichnung, die alles nur verniedlicht und verbal entschärft. Das ganze Land einzusperren ist ein Breitschwert, wo ein Stich mit dem Florett benötigt würde. Wenn das Land ein Körper wäre, würde man ja auch die Ursache einer Krankheit suchen und nicht den Körper töten, damit sich die Krankheit nicht ausbreiten kann. So zumindest hat es Island erfolgreich bei Corona gemacht.

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