Corona-Krise: Wirtschaftswunder vs. Gesundheitsprophylaxe


https://pixabay.com/de/photos/menschen-frauen-m%C3%A4nner-die-masken-5099118/

Bild von Mircea Iancu auf Pixabay

Liberale und Rechtsradikale rügen die Kanzlerin

Während der Virologe Christian Drosten inzwischen gar Morddrohungen erhält, die Ungeduld hierzulande teilweise zunimmt, etliche Unbelehrbare weiterhin das Corona-Virus verharmlosen, fallen der FDP, dem Bundesverband mittelständischer Wirtschaft sowie den ewig gestrig lamentierenden Rechtsextremen nichts Besseres ein, als Angela Merkel vorzuwerfen, sie würde nicht schnell genug die Wirtschaft wieder hochfahren, von einer „einseitigen Fixierung, Spiel mit der Zukunft“ ist gar die Rede.

Bedarf es etwa wesentlich mehr Tote im Lande, so wie in Italien, Spanien oder in den USA? Kein Blick übern Tellerrand oder eigene Landesgrenzen, um nachzuvollziehen, daß die Maßnahmen unserer Regierung letztlich folgerichtig mehr Menschenleben gerettet haben? Das scheinen die benannten Kritiker einfach auszublenden, richten ihren Fokus auf wirtschaftliche Nachteile, während Menschenleben zweitrangig betrachtet werden.

Maskenpflicht Stein mancher Anstöße

Mit der Maskenpflicht begann ebenso eine gewisse Verharmlosung, weil Lockerungen ganz offensichtlich zu einem getrübten Urteilsvermögen beitragen. Keineswegs unbeteiligt jene bösartigen Hetzer, die weiterhin meinen, Covid-19 verleugnen zu müssen. Der Riß durch die Gesellschaft wird bei zunehmender Ungeduld in der Bevölkerung eher zunehmen.

Vielleicht hätte die Bundesregierung wesentlich früher eine Maskenpflicht anraten müssen. Im Nachhinein sind viele schlauer, obwohl Virologen auch erst nach bestimmten Erkenntnissen beratend Empfehlungen der Politik weiterleiten können. Die Entwicklung dieser Corona-Krise vermag niemand in ihrer tragischen Gänze voraussagen oder einschätzen, das ist genau das Dilemma, jene Gratwanderung, diese Dialektik, daraus Entscheidungen abzuleiten.

Warum keine konsequente Schul- und Kitaschließung bis nach den Sommerferien?

Wo beginnt eine wirklich allumfassende sichere Abwägung? Obwohl auch Christian Drosten weiterhin eher dafür plädiert, Schulen und Kindergärten besser nicht jetzt zu öffnen, reagiert die Kanzlerin, dem Druck nachzugeben, von baldigen schrittweisen Lockerungen ist die Rede. Die Nerven liegen natürlich blank, versteht sich von selbst.

Auf der einen Seite vor allem Kinder, die raus wollen aus der Isolation, Eltern, deren Arbeitsplätze gar wegbrechen, andererseits die reale Gefahr dieses Virus. Wer zieht die Grenze zwischen Ungeduld und Vernunft? Bis jetzt hat die Bundesregierung vieles richtig gemacht, vor allem mit dieser weitsichtigen Bundeskanzlerin. Das gilt es natürlich nicht zu verspielen, wie Christian Drosten zu Recht mehrfach warnte. Solange ein R-Faktor nahe 1,0 sich bewegt, sind Schul- und Kitaöffnungen keine Option.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Dieser Beitrag wurde unter Quergedachtes abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Corona-Krise: Wirtschaftswunder vs. Gesundheitsprophylaxe

  1. Ronald Schubert schreibt:

    Woher die Rüge kommt, sollte egal sein, denn man kann einer Krankheit, die ein medizinisches Florett benötigt, nicht mit einem Breitschwert begegnen, denn nach der Logik müsste man auch alle Städte abreißen, die von Hochwasser bedroht wurden. Seit 40 Jahren sparen alle deutschen Regierungen an der Forschung und haben sie der privaten Pharmaindustrie überlassen. Da musste es ja mal so kommen!

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.