Grüßen ohne Worte


Ihr Blick, an was erinnert er mich,
behauchter Badezimmerspiegel,
behauchter Badezimmerspiegel,
mit der Handfläche gewischt,
um eine klare Sicht zu erhaschen,
in Wirklichkeit nützt dies nichts,
man weiß das, und streicht drüber,
genau daran erinnert mich ihr Blick,
wenn wir uns begegnen, selten,
aber immer, wenn wir uns begegnen,
sehe ich den gewischten Spiegel,
den behauchten Badezimmerspiegel,
durch den sie mich sieht, sie nickt,
wir erkennen uns, gehen weiter,
richtig kennen wir uns nicht,
das Grüßen ohne Worte, das Nicken,
ist unsere gesamte Vertrautheit,
nicht ganz, denn sie erlaubt mir,
ihren behauchten Badezimmerspiegel
mit der Handfläche drübergewischt,
anzusehen, ihr Bad zu betreten,
nachdem sie gerade geduscht hat,
eigentlich ist das Vertrautheit, oder?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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