Türkei offenbart sich weiterhin als faschistische Republik


Helin Böleks Tod durch Hungerstreik unterstreicht berechtigte Kritik

Ein Staat, der sich einem Alleinherrscher unterwirft, die Pressefreiheit stetig untergräbt, willkürlich Kritiker einsperrt, foltert und gar ermorden läßt, Länder militärisch überfällt, den IS unterstützt, der muß sich den Vorwurf gefallen lassen, als Polizeistaat bezeichnet zu werden, den man obendrein als faschistische Republik werten muß.

Das Fatale daran, der demokratisch geprägte Westen schaut einfach zu und läßt diesen Recep Tayyip Erdoğan nonchalant gewähren, trifft sich auf allen möglichen internationalen Treffen mit ihm, verkauft ihm gar Waffensysteme, ohne irgendwelche Konsequenzen. Nun ist die Sängerin Helin Bölek als Mitglied der türkischen Folkband Grup Yorum nach Hungerstreik gestorben.

Folkmusik ein moderates Ventil kritischer Stimmen

Was vor rund 33 Jahren im Jahre 1987 begann, die Gründung der türkischen Folkband Grup Yorum, hat selbstverständlich von Beginn an eine politische Initialzündung: den Antifaschismus. Den mußten wir in Südamerikas Chile durchleben, daher ihr Vorbild der chilenischen Folklore-Band Inti-Illimani galt als auch dem türkischen Musiker und Opernsänger Mehmet Ruhi Su, der in der Türkei selbst unter der Militärdiktatur Auftrittsverbote hatte, seine Musik im Land nicht verkauft wurde.

Kritik unerwünscht in restriktiven Staaten, somit auch in der Republik Türkei unter Erdoğan, wir erinnern uns an den Journalisten Denis Yücel, der am Ende doch noch freigelassen wurde, während die Türkei gewissenlos auf weltpolitischem Parkett schachert. Daran hat sich bis heute nichts geändert, für die Menschen im Land bleibt es gefährlich bei kritischen Äußerungen.

Angeblicher Linksterrorismus willkommene Gelegenheit

Um die Band und auch andere kritische Stimmen einzuschüchtern, einzusperren oder den Hungerstreik, der zum Tod von Helin Bölek führte, billigend in Kauf zu nehmen. Dabei hat die Band es gar nicht nötig, tatsächlich Terror anzuwenden oder sich mit Terroristen auszutauschen, zu bekannt sie nun mal im Lande ist.

Das Wesen des Faschismus duldet keinerlei Widerspruch, selbst wenn nach außen hin Parlamentarismus in jener Republik die Weltöffentlichkeit täuschen will. Das sollte inzwischen längst bekannt sein. Aber solange eine schweigende Mehrheit dies duldet, fühlen sich solche Herrscher beflügelt, einfach ihren Kurs fortzufahren. Die traurige Zahl der Opfer mag ein Mahnmal darstellen. Mit Demokratie hat das nichts zu tun, schon gleich gar nicht mit der UN-Charta der Menschenrechte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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