Europas Außengrenzen offenbaren Toleranz zum Rassismus


Deutsche Neonazis mischen inzwischen auf der griechischen Insel Lesbos mit

Menschenrechte werden längst über Bord geworfen, teilweise kann man dies regelrecht wörtlich nehmen hinsichtlich des Leids im Mittelmeer, mit der Öffnung der türkischen Grenze spielen sich äußerst dramatische Szenen in der Ägäis, auf den griechischen Inseln ab, während man mit Fug und Recht längst von einem Krieg gegen Flüchtlinge dort vor Ort sprechen muß.

Da paßt aber etwas sehr entscheidendes keineswegs zusammen. Die Betroffenheit zu rechtsradikalen Straftaten wie die Ermordungen in Hanau seitens der Bundesregierung und der stattgegebenen Toleranz zum Rassismus an Europas Außengrenzen, wobei eine Ursula von der Leyen noch die Arbeit der Grenzschützer in Griechenland würdigt. Wie lange können die realen menschenverachtenden Geschehnisse noch gerechtfertigt werden?

Stell dir vor, es ist Krieg und Flüchtlinge werden einfach eingekesselt und abgeschoben

Im Grunde genommen wird vor unser aller Augen das Asylrecht einfach ausgesetzt. Gegen die EU-Konvention, gegen die verbrieften Menschenrechte. Inzwischen werden gar „spitze Geschosse gegen Geflüchtete“ eingesetzt, man nimmt somit den Tod von hilfebedürftigen, in Not geratenen Menschen billigend in Kauf, wie die taz berichtet.

Wohin sollen die Menschen, die ohnehin mehrfach ihr Leben riskiert hatten auf der Flucht, in Syrien schon Assads Regime vor Folter und Mißhandlung flohen? Das Desaster hat gerade mal begonnen, es werden noch wesentlich mehr Menschen folgen.

Rechtsradikale fühlen sich aufgefordert, endlich durchzugreifen

Wie man gestern erfahren durfte, nunmehr sollen deutsche Neonazis eingetroffen sein, von ersten Zusammenstößen ist die Rede. Der Grünen-Europaabgeordnete Erik Marquardt berichtet über die eskalierende Sicherheitslage. Zu Recht wird auch das Verhalten der EU, Europas Politik an den Pranger gestellt, die keineswegs unbeteiligt an dem Vorgehen ist, sondern nahezu jenen rechtsradikalen Kräften den Weg ebnet. Obendrein gesellen sich noch französische Rechtsradikale hinzu.

Eine neue Tummelwiese, sich aufzuspielen auf dem Rücken dort betroffener Flüchtlinge, die ohnehin in den total überfüllten Lagern schon viel zu lang einem unendlichen Leid ausgesetzt sind? Europa wäre sehr gut beraten, diese Einbahnstraße totalitärer, menschenverachtender Grenzschutzpolitik sofort zu beenden, um die verhältnismäßig geringe Zahl von Flüchtlingen europaweit verteilt aufzunehmen. Selbst 10 Millionen könnte die EU aufnehmen, man bedenke, es leben dort immerhin rund 445 Millionen. Es stünde dem Westen zu, humanitär zu handeln.

Während alle Welt über Trump schimpft, er würde mit der mexikanischen Mauer Menschen ausgrenzen, kriminalisieren, setzt Europa noch einen drauf, in dem an seinen Außengrenzen Flüchtlinge massiv bedroht und zurückgedrängt werden. An dieser Stelle möchten wir nochmalig an das Projekt „Rettungskette zum Mittelmeer“ erinnern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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3 Antworten zu Europas Außengrenzen offenbaren Toleranz zum Rassismus

  1. Man findet keine Worte mehr. Es bleibt nur übrig zu sagen, der Faschismus er ist zurück auf dem Kontinent Europas!

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  2. Hat dies auf Babsi's Aufschrei Herz_statt_Hass rebloggt und kommentierte:

    Nein, sie haben das die Bedeutung der Worte „Nie wieder“ immer noch nicht begriffen. Der Faschismus ist zurück auf dem Kontinent Europas! Wieder werden Menschen entmenschlicht!

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  3. Ronald Schubert schreibt:

    Die Wiege der Menschheit stand in Afrika, und so gesehen sind wir alle Migranten, obwohl ich dieses Wort hasse. Wir waren alle mal Ausländer, also zumindest die Eltern unserer Eltern. Alleine meine Vorfahren sind eine wilde Mischung von Holland bis Russland, und ich komme damit klar.

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