Von wegen Klimaneutralität – Von der Leyen pokert zu hoch


Weder Deals mit der Natur noch der Physik sind machbar

Sonntagsreden mit gewollt geschöntem Optimismus mögen genau jenen passend sein, die ohnehin die Klimakrise leugnen, meinen, FFF sowie die Wissenschaft seien hysterisch. In den Social Media fallen Masken mit diffamierenden Bemerkungen, Greta Thunberg solle doch besser die Schulbank drücken, statt Politiker aufzumischen.

Das könnte jenen Ignoranten passen, besonders eine aufmerksame Jugend wird dies nicht auf sich sitzen lassen, wenn die eigene Zukunft derart gefährdet mißachtet wird. Europa glaubt, es befinde sich auf dem Weg der Klimaneutralität. Wie realistisch ist der Vorschlag für ein EU-Klimaschutzgesetz? Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betrachtet das Vorhaben als Kompaß der nächsten 30 Jahre, Greta Thunberg betitelt es als „Kapitulation“. Wer hat da wohl recht?

Brennende Häuser löscht man sofort

Insofern gelang Greta Thunberg mit ihrem Vergleich im Umweltausschuß des Europaparlaments, direkt den wunden Punkt zu benennen, mit jener Scheinlösung eines Klimaziels für 2050 verliert man wertvolle Zeit, jetzt direkt zu handeln, was dringend notwendig wäre. Auch Umweltschützer vermissen ein schärferes Vorgehen für 2030, einen Vorschlag erst jetzt im September anzubringen, käme reichlich spät!

Wir erleben die Tage erneut lauter Ausreden, wie schon beim Weltwirtschaftsforum Greta Thunberg verlautbaren ließ, was allenfalls ein müdes Lächeln bei den Beteiligten entlocken konnte. Effektive Taten sind weiterhin rar. FFF bleibt wohl nichts anderes übrig, als die Proteste beizubehalten oder gar zu erhöhen. Vermag da etwa ein anderer Aspekt ein Strich durch die Rechnung machen?

Coronavirus verdrängt dringend notwendige Sensibilität

Niemand kann wirklich voraussagen, was der Coronavirus anrichten wird, ob Panik zunimmt, Hamsterkäufe sind längst schon hierzulande zu beobachten. Da könnte die Klimakrise bei manchen unwichtig erscheinen, weil erst in der Zukunft stattfindet, im Hier und Jetzt Angst den Alltag bestimmt. Ob diese angebracht ist, steht auf einem anderen Blatt.

Ursula von der Leyen setzt auf Verläßlichkeit für die Bürger und Unternehmen mit jenem Entwurf, dem bevorstehenden Gesetz, welches ein klimaneutrales Europa bis 2050 erschaffen solle. Abnehmen möchte man jene Vorgabe allerdings wohl kaum, zu viele Widrigkeiten lassen Türen offen, vor allem wenn andere Mitgliedsstaaten sich eher weigern, Handlungsbedarf verschleppen. Von einem tollen Durchbruch kann daher kaum die Rede sein, Deals mit der Natur oder gar der Physik lassen sich ohnehin eben nicht machen, wie Greta Thunberg zu Recht betont.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Eine Antwort zu Von wegen Klimaneutralität – Von der Leyen pokert zu hoch

  1. wolfgang fubel schreibt:

    Diese „Dame“ kann so gut pokern,
    wie mein Hund Schach spielen kann!!

    Liken

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