Erdoğan provoziert Krieg gegen Russland


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Wikimedia Commons CC BY 4.0

Nato-Bündnisfall im Syrienkrieg?

Der Verdacht erhärtet sich, daß Präsident Erdoğan mal wieder sich ziemlich verkalkuliert hat, trotz etlicher Warnungen, die seinem Kriegseinsatz in Nordsyrien vorausgingen. Solche Schlappen gehören schon fast zu dessen Politik, die meist nach außen den starken Mann markieren will, obwohl auf weltpolitischen Parkett gänzlich anders agiert werden sollte.

Damit steht der Sultan aus Ankara keineswegs allein da, wenn man den Verlauf jenes bald neun Jahre andauernden Syrien-Kriegs sich vergegenwärtigt. Doch was hat die Türkei in Syrien verloren, wo doch schon genug Gegner diesen Krieg fortsetzen trotz etlicher gescheiterter Bemühungen, diesen letztlich zu beenden? Völlig verfehlt die Offensive gegen die Kurden, wobei bereits im Herbst letzten Jahres die Nato es verpaßte, die Türkei aus der Allianz zu verbannen. Die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt.

Ein überdeutliches Nein wäre jetzt angebracht

Eben nicht den Nato-Bündnisfall zu bemühen. Doch die Nato stellt sich hinter die Türkei, nicht etwa, weil ihr Bündnispartner im eigenen Land bedroht wird, sondern weil dieser sich widerrechtlich in Syrien einmischt. Erneut wird Erdoğan geholfen, obwohl dessen politische Entscheidung fatale Folgen hat. Wieviel darf sich jener Despot denn noch ohne Konsequenzen erlauben?

Gleichzeitig fragt sich alle Welt, wieso Europa sich weiterhin dermaßen zurückhaltend verhält zum Syrienkrieg, dem Desaster in Idlib. Vor allem die dortige Zivilbevölkerung wird vom Assad-Regime erheblich bedroht mit freundlicher Unterstützung der russischen Luftwaffe. Letztlich ein Worst-Case-Szenario, das  jene Region belastet.

Neue Flüchtlingsströme gen Europa sind zu erwarten

Die Türkei kann sie nicht alle aufnehmen, zumal die dortigen Zustände ohnehin grenzwertig sind, das gilt ebenso für die griechischen Inseln. Auch an dieser Stelle muß man das Versagen Europas deutlich benennen. Die Politik hat bisher keine moderaten Lösungen gefunden trotz EU-Flüchtlingsabkommen, welches jetzt zu brechen droht.

Erdogans Scheitern – Deutschlands Problem? Das wäre zu vermessen, obendrein, weil etliche hierzulande nur darauf warten, erneut ihren ganzen Haß gegen Menschen in Not abzuladen. Es betrifft keineswegs Europa allein, sondern letztendlich die Weltgemeinschaft, da alle Länder miteinander verbunden sind mit ihren wirtschaftlich-militärischen Bündnissen. Da hat Nationalismus nichts verloren, der sich ohnehin gänzlich erübrigen sollte, wenn die Welt tatsächlich ein friedliches Miteinander anstrebt. Die Weltmacht Russland kann und wird sich von einem Erdoğan nicht beeindrucken lassen, und trotzdem fordert er jenen neuen Konflikt heraus.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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