Kuckuck ruft’s bald nicht mehr aus dem Wald


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Klimawandel verhindert Eierschmuggel in fremde Gehege

„Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald. Lasset uns singen, tanzen und springen! Frühling, Frühling wird es nun bald!“ – so die erste Strophe des bekannten Liedes, welches August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1817 geschrieben hatte. Doch schon sehr bald ruft’s nicht mehr aus dem Wald, wenn der beobachtete Rückgang anhält, der u.a. dem Klimawandel zugeschrieben wird, dadurch den Eierschmuggel in fremde Gelege verhindert.

Auf einem Baum ein Kuckuck

„Sim sa la bim, bam ba, sa la du, sa la dim, auf einem Baum ein Kuckuck saß“, werden wohl die meisten von uns noch aus Kindertagen kennen, dieses Lied, dessen Komponist und Texter unbekannt ist, ein Volkslied aus dem Bergischen Land, erstmals erschienen im Jahre 1838.

Der fast turteltaubengroße Kuckuck, ein Meister darin, die Eier in fremde Nester zu legen, sich einfach bestimmter Wirtsvögel zu bedienen, erreicht immerhin eine Flügelspannweite von 55-60 cm. Dabei frißt das Kuckucksweibchen durchaus ein bis zwei Eier der Wirtsvögel, ehe es das eigene, sehr selten zwei, den potentiellen zukünftigen Adoptiveltern unterschiebt, die es dann schön brav ausbrüten, füttern und großziehen.

Was für eine clevere Taktik der Natur muß man feststellen! Bevorzugte Wirte sind Bachstelzen, Braunellen, Grasmücken, Neuntöter, Pieper, Rohrsänger, Rotschwänze  und Zaunkönige. Aber noch viel raffinierter, sonst würde der Schwindel ja auffliegen, sind die farblich angepaßten Eier bei der Ablage, die jeweils denen der Wirtsvögel verblüffend ähnlich sehen.

Kuckuck steht auf Vorwarnliste der Roten Liste wandernder Vogelarten

Bedenken wir, selbst viele Wirtsvögel sind explizit betroffen aufgrund der Zerstörung ihrer Lebensräume, bei denen der Mensch erheblichen Anteil hat. Kein Wunder, daß der Kuckucksbestand um 25 Prozent geschrumpft ist, man auf den Klimawandel zurückführen muß. Milde Winter nutzen somit ihre Wirtsvögel, um wesentlich früher mit Balz und Nestbau zu beginnen. Erreichen dann zu Beginn des Mais die Kuckucke aus Afrika kommend Deutschland, ist es oftmals zu spät. Ebenso der starke Rückgang von Maikäfern und Schmetterlingen, wichtige Nahrungsmittel für den Kuckuck, der mit erhöhtem Pestizideinsatz zusammenhängt, trägt dazu bei, den beliebten Vogel zu verdrängen.

Während die vom Deutschen Rat für Vogelschutz (DRV) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) erstmals am 10. März 2014 erstellte „Rote Liste wandernder Vogelarten“ den Kuckuck auf die Vorwarnliste der Gefährdung setzt, vermerkt die Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources), er sei beim weltweiten Status mit „Least concern“, somit als „nicht gefährdet“ zu bezeichnen.

Mag ja sein, aber hierzulande und im gesamteuropäischen Raum wird der Kuckuck zurückgedrängt. Grund genug sich Sorgen zu machen, Gegenmaßnahmen einzuleiten, die sicherlich nur in kleinen Schritten erfolgen können, wenn sie denn überhaupt den Rückgang zu stoppen vermögen.

„Warum Vögel den Menschen nie verstehen werden? Körner im Winter – Vogelscheuchen im Sommer.“  (Markus M. Ronner)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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2 Antworten zu Kuckuck ruft’s bald nicht mehr aus dem Wald

  1. Ronald Schubert schreibt:

    Ich habe eine 80 Jahre alte Kuckucksuhr, ab hier, mitten in Berlin, ist wenig Wald, aber Eier legt die Uhr auch sehr selten. 🙋

    Gefällt 1 Person

  2. Karl Gerhard schreibt:

    Wir leben schon 4 Jahre in Süd-Portugal, hier ist es ~ 8C° wärmer als in Deutschland.
    Jeden Morgen im Frühjahr singt hier der Kuckuck sein Lied. – Klimawandel! :-))
    Pestizide und Überdüngung sind Probleme die keiner richtig angeht.
    In Deutschland wird Fleisch produziert, und, in großem Ausmaß exportiert, das ist doch der helle Wahnsinn, das in einem übervölkerten Land mit über 240 Einwohnern/km². Portugal, Spanien, Frankreich, weniger als die Hälfte.
    Wikipedia: Einwohner pro km² in EU-Ländern.
    Das Kraftfutter für die Tiermast kommt teilweise aus gerodeten Urwäldern, die verflüssigte Scheiße (Schwemmist) der Tiere bleibt im Land und geht ins Grundwasser.
    Früher wurde der Mist relativ trocken auf die Wiesen und Felder gebracht und ging mit dem Regen in den Boden, so konnte die Vegetation den Dünger aufnehmen.
    Ohne Kraftfutter – ca. die hälfte von Tieren im Stall und Fleisch ohne Mast.
    Bitte nicht alles dem Klimawandel zuschreiben.

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