Impeachment-Debakel war durchaus absehbar


Who makes America great again?

Ein jeder Trump-Fan – so die schlüssige, logische Antwort auf eine Frage der Superlative. Denn mal Hand aufs Herz, waren die USA jemals tatsächlich „great“? Sicherlich die Wirtschaftsnation Number One, der Hegemon mit der größten Militärmacht. Aber was hat’s tatsächlich genützt? Außer, daß die Superreichen noch reicher wurden, eine schrille Armut im Land der unbegrenzten Möglichkeiten vorherrscht?

Darum schert sich auch ein Donald Trump mitnichten, Hauptsache die zweite Amtszeit möge fruchten. Und seine Chancen stehen besser denn je nach dem Impeachment-Debakel der US-Demokraten. Obwohl dies ohne weiteres absehbar war, eine dramatische Folge bisheriger Verstrickungen und Lügenkonstrukte, die ziemlich simpel verdeutlichen, wie jene USA im Innern tickt. Wer am Geldhahn sitzt, kann fast alles kaufen, auch das mächtigste Amt im Lande, man muß nur übel genug drauf sein.

Wer oder was schwächt den Wahlkampf der Demokraten?

Man mag in Versuchung geraten, der Argumentation des Tagesspiegel-Artikels zu folgen, es fehle den Demokraten an notwendiger Frische, deren Kandidaten ließen wichtige Impulse missen. Andererseits beantworten die plumpen Argumente Trumps Erfolgsweg, mit Parolen, Medienverunglimpfung und einer Flut von Lügen lassen sich immer noch mehrheitlich die Wähler im Lande täuschen. Das spricht nicht für deren Verstand, offenbart eine gewisse Begriffsstutzigkeit vermischt mit entsprechender Naivität, ausgerechnet jenem Donald Trump Glauben zu schenken.

Dabei sah es zu Beginn im Dezember des letzten Jahres noch vielversprechend aus, zumal dieser US-Präsident gegen die Verfassung verstoßen habe, dessen Hexenjagd-Vorwürfe sich als Eigentore entlarven sollten. Von all dem ist fast nichts übriggeblieben, zu geschlossen stand das Bollwerk der Republikaner einer neugierigen Justiz gegenüber, die erst gar nicht die Chance erhielt, das Impeachment-Verfahren fair durchzuführen.

Beißender Sarkasmus löst keine Tragik

Am Ende verbleibt neben einem faden Beigeschmack, wirklich kaum etwas bis gar nichts bisherig erreicht zu haben, um diesen US-Präsidenten zu stoppen oder gar aus dessen Amt zu befördern, noch das Mittel der Satire, die Häme, die Freude über dessen lächerlichen Verfehlungen. Trumpomanie, noch einmal voll aufgedreht, doch es ist nunmehr zu spät, weil dessen Geist eben längst nicht verweht!

Somit haben die Amis im Lande und die Weltpolitik voraussichtlich noch bis 2025 diesen 45. US-Präsidenten auszuhalten, wo genügend Überraschungen aufwarten, die gerne als „great“ verkauft neben dessen Rolle auch als von Gott gegebener Übermensch glänzen sollen – halleluja.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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2 Antworten zu Impeachment-Debakel war durchaus absehbar

  1. cource schreibt:

    es geht nicht nur um Trump sondern es geht um Amerika/Amerikaner, die demokraten haben genauso angst vor einem untergang wie die republikaner und werden deshalb alles unternehmen um diesen untergang zu verhindern, dazu gehört auch das ausspielen von vorteilen durch ein rücksichtsloses brutales vorgehen-so wie ein bully im sandkasten-man kann eine gewisse zeit von ehemaligen vormachtstellungen/errungenschaften profitieren, aber wenn die alten zugpferde wie: microsoft/apple/popmusik/englische sprache/mode/alternative lebensstile usw. ausgereizt sind, verliert amerika automatisch seine vormachtstellung und muss sich etwas neues einfallen lassen um die weltbevölkerung erneut zu blenden/hinters licht zu führen—im zuge der multimorbiden/vorzeitges ableben weltbevölkerung bleibt da nur ein weg offen und zwar ein land mit gesunden umwelt-/arbeits- und lebensbedingungen sowie abseits von kriegsschauplätzen und da ist zur zeit nur Kanada/Neuseeland eine reale alternative/ausreiseland insbesondere für aufgeklärte akademiker

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  2. Ronald Schubert schreibt:

    Mir war der Ausgang bei den Mehrheitsverhältnissen auch absolut klar. Selbst wenn sich ein paar ganz rechte Senatoren, wie Romney von dem kindlichen Trump absetzen, sind noch genug Republikaner für sklavischen Gehorsam übrig. Aber egal wie das ausgeht, für die Neuwahl im November geht er geschwächt ins Rennen.

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