Betrügerische Geschäfte mit Behinderten


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Statt Förderschule in Einrichtung für behinderte Kinder

Müssen wir mal wieder davon ausgehen, daß manchmal gewisse Umstände keineswegs zufällig geschehen, sondern im Nachhinein sich als ein Betrugskomplott entpuppen? Der hier geschilderte Fall wurde mir vor einigen Jahren von einer besorgten Mutter herangetragen, die damals den Mut aufbrachte, sich mir anzuvertrauen.

Dennoch möchte sie anonym bleiben, so daß die Namen geändert wurden, was wiederum auch zum Schutz ihres Sohnes dienen sollte, der statt in einer Förderschule in einer Einrichtung für behinderte Kinder landete. Was war geschehen, und wieso konnte man dies nicht verhindern?

Ärztliche Fehldiagnose und inkompetentes Jugendamt – eine fragwürdige Symbiose

Als Sabine mit Gregor schwanger wurde, entdeckten Ärzte im sechsten Schwangerschaftsmonat bei ihr einen Gehirntumor. Obwohl die Mediziner ihr selbst in dieser fortgeschrittenen Schwangerschaft zu einem Abbruch rieten, lehnte Sabine diesen ab, sondern bestand darauf, ihren dritten Sohn gebären zu wollen. Eine OP zur Entfernung des Tumors kam nicht in Frage, da dessen ungünstige Lage im Gehirn ein zu hohes Risiko dargestellt hätte, und so lehnte sie aus Rücksicht zum Kind die empfohlene Chemotherapie ab.

Gregor kam als gesunder, wenn auch zierlicher Junge auf die Welt. Immerhin verfügte Sabine als zweifache Mutter über gewisse Erfahrung, was die kindliche Entwicklung anbelangte. Ihr fiel auf, daß Gregor sich langsamer als seine beiden älteren Brüder entwickelte, im Laufe der ersten fünf Jahre vermehrten sich aber die offensichtlichen Defizite, was sich im sehr späten Laufen, Sprachstörungen äußerte, sie teilte dies immer wieder dem Kinderarzt mit. Doch dieser beruhigte sie in all den Jahren  und dementierte alles, keine Bemerkungen erschienen bei den Vorsorgeuntersuchungen. Die verzweifelte Mutter holte natürlich eine Zweitmeinung durch einen anderen Kollegen ein, der ebenso keine eindeutige Stellung bezog.

Sabine und ihr Mann trennten sich, als Gregor knapp sechs Jahre alt war. Um alle finanziell abgesichert zu wissen, aber auch den Kindern einen Rosenkrieg zu ersparen, blieben Gregor und die anderen Brüder beim Vater. Das zuständige Jugendamt versicherte Sabine ausdrücklich, in Zusammenarbeit mit ihrem Ex-Mann alle Vorsorgeuntersuchungen und von ihr vorab initiierten Förderungen wahrzunehmen und somit für das Wohl der Kinder zu sorgen. Allerdings begann genau dann die „schlampige Vorgehensweise“. Dem Jugendamt fiel nicht auf, daß der überforderte Vater lediglich die Fördergelder einsteckte, anstatt sie Gregor zugute kommen zu lassen.

Trotz fehlender Diagnose in Einrichtung für behinderte Kinder?

Von da ab begann ein unsägliches Martyrium für Gregor. Bei der Einschulung stellte man schnell fest, daß der siebenjährige Gregor am besten in einer Förderschule aufgehoben wäre. Hat das Jugendamt hierbei ganz bewußt eine Einrichtung für behinderte Kinder den hilflosen Gregor vermittelt und dies sogar ohne ärztlichen Befund? Offensichtlich landete der Junge in einer solchen, es gab kein Gutachten über irgendeine vorhandene geistige Behinderung oder deren Schweregrad und trotzdem besuchte Gregor ganztägig diese Einrichtung, bei der er keinerlei schulische Bildung erhielt, sondern statt einer Förderung  an Spielgruppen teilnahm, Behinderten-Werkstätten besuchte, Garten- und Hofreinigungsarbeiten vollrichten mußte.

Wieso unternahm Sabine nichts dagegen? Ganz einfach, sie erfuhr erst nach dem Tod ihres Ex-Mannes davon. Niemand, so auch das Jugendamt selbst, hatte es für nötig befunden, ihr diese dramatischen Umstände mitzuteilen!

Veto führte nicht zur Schadensbegrenzung – Vertuschung durch kurzfristige Verlegung

Jetzt waren sämtliche Alarmglocken bei Sabine aktiviert. Dennoch steht die Frage im Raum, warum Sabine nicht ihren Sohn zu sich holte? Da ihr Ex-Mann den engeren Kontakt zu den Kindern lange Zeit verhindert hatte, sie aber sehr weit entfernt lebte, wies man ihrem Sohn einen Vormund zu. Gregor kam mit seinem Einverständnis in eine Pflegefamilie aus dem engeren Bekanntenkreis ihres Ex-Mannes, so hatte er auch Kontakt zu seinen älteren Brüdern und darüber hinaus zu seiner Oma.

Dennoch bemühte sich Sabine um klare Verhältnisse und forderte Aufklärung, wieso er überhaupt in einer solchen Einrichtung sei, obwohl jedwede ärztliche Unterlagen fehlten. Statt einer ehrlichen Vorgehensweise veranlaßte die betrügerische Einrichtung, daß Gregor ganz schnell und unvermittelt in eine andere Einrichtung verlegt wurde, ohne dabei Sabine in Kenntnis zu setzen. Dort galt er erneut als geistig behindert und jetzt auch als Analphabet, ohne daß jemand dies überprüft hatte, geschweige ein ärztliches Gutachten vorlag.

Behinderten-Einrichtung ohne jedwede Einsicht – fragwürdige Zustände

Gregor wurde jetzt Mitte Januar 2013 18 Jahre alt, galt als Behinderter, der obendrein ein Analphabet sei und lebte und arbeitete in der Behinderten-Einrichtung, die alles andere als seriös zu bezeichnen war. Es setzte sich ein dramatisches Puzzle zusammen, welches mehrere Bewohner und ehemalige Betreuer schilderten: Es gibt eine hohe Fluktuation von Praktikanten und Betreuern, Praktikanten mit ganz frischem Führerschein dürfen Behinderte transportieren, in den Werkstätten seien Fluchtwege versperrt, Feuerschutztüren stehen ganztägig offen, der Notausschalter für die schweren Maschinen in der Maschinenhalle sei nicht frei und sichtbar zugänglich, sondern befindet sich hinter einer zusammengeklappt, abgestellten Tischtennisplatte, Sicherungen an den Maschinen werden bewußt mit Kabelbindern außer Kraft gesetzt, bei einem Unfall sei sogar ein Mensch ums Leben gekommen. Dennoch scheinen keine durchgreifenden Konsequenzen zu folgen.

Fazit denkwürdiger Machenschaften

Natürlich fragt sich jeder kritische Mensch: Wie kann so was überhaupt geschehen? Mit welchem Recht dürfen Ärzte Fehldiagnosen erstellen, Heime für behinderte Menschen ohne jedwedes Gutachten Kinder aufnehmen, Jugendämter dermaßen schlampig agieren? Man könnte zur Vermutung gelangen, daß da viel Geld im Spiel ist und das Wohl der Kinder nicht im geringsten berücksichtigt wird!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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