Lauter Ausreden beflügeln das Weltwirtschaftsforum


Wer die Macht am Freßtrog hat, gibt sie wohl kaum aus der Hand

Das 50. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums steht im schweizerischen Davos an. Einerseits verwahrt sich Klaus Schwab, dessen Gründer, in einem Interview dagegen, sich von Klima-Aktivisten instrumentalisieren zu lassen, andererseits schreibt Philip Plickert für die FAZ, das Weltwirtschaftsforum warnt vor „Planet in Flammen“. Was denn nun, Einsicht oder ein weiter so?

Wer den Turbokapitalismus betrachtet, kann nicht einfach die Gesetzmäßigkeiten ignorieren, die ihm inne wohnen, die somit natürlich ein World Economic Forum bestimmen. Die Weltwirtschaft führt die Politik am Nasenring durch die Manege, während eine abhängige Menschheit sich gefälligst zu fügen hat, außer denjenigen, die sich bequem zurücklehnen, weil ihre finanzielle Unabhängigkeit ihnen entsprechende Spielräume gewährt. Der große Rest hat das Nachsehen.

Auch in Davos ist wohl der Klimawandel zentrales Thema

Dennoch scheint ein Klaus Schwab den Ernst der Lage zu verkennen, selbst wenn im Faz-Artikel fein säuberlich fünf Punkte globaler Risiken die Umwelt taxieren. Man beachte dabei, daß die Weltwirtschaft selbst es stets in der Hand hätte, sämtliche Umweltverbrechen erst gar nicht zuzulassen. Das wird aber stoisch ignoriert zugunsten einer Profitmaximierung, die stets an erster Stelle steht.

Daher ein „weiter so“ am wahrscheinlichsten eintreten wird, egal was die Teilnehmer beim 50. Jahrestreffen vom 21. bis 24. Januar diskutieren und aushandeln sollten. Die Weltwirtschaft läßt sich eher zu viel Zeit mit dem Ausstieg fossiler Brennstoffe, was keineswegs im Sinn von FFF liegt, obendrein den Klimawandel erst recht anheizt.

Wesentlich mehr Proteste notwendig?

FFF war lediglich der Beginn, der im letzten Jahr eindrucksvoll vermittelte, wie Ernst die Jugend ihr Anliegen meint. Natürlich wird die inzwischen 17-jährige Greta Thunberg nicht ruhen, sondern erst recht ihren initiierten Protest fortsetzen, noch mehr Menschen überzeugen. Davon darf man ausgehen. Doch reicht das am Ende tatsächlich?

Die Klimakrise diktiert letztendlich den weiteren Verlauf. Zögern Politik und Wirtschaft, was höchstwahrscheinlich der Fall sein wird, selbst nach diesem 50. Treffen in Davos, vermögen mehr Proteste folgen, aber das Klima selbst läßt sich weltweit eben nicht austricksen, neue Belastungen stehen uns allen bevor. Insofern kann man der Vorahnung, die zum Gesprächsstoff in Davos beinhaltet, daß „wirtschaftliche Konfrontationen“ und „politische Polarisierung“ im Jahr 2020 zunehmen werden, nur zustimmen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Wirtschaft/Finanzen

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