Instabile Zustände im Mittleren Osten genau so gewollt


Wer ist der Aggressor – Iran oder die USA?

Wobei der Nahe Osten untrennbar verbunden ist, obendrein im Norden Afrikas Libyen mit eine Rolle spielt in kalkulierten Kriegsszenarien. Es bedarf keinerlei Verschwörungstheorien, um anzuführen, daß die Rüstungsindustrie ein Indikator für instabile Verhältnisse wo auch immer in der Welt bedeutet, ganz besonders dort, wo unterschiedliche Interessen aufeinanderstoßen wie in den just benannten Gebieten. Das weiß der goldene Westen genauso wie alle anderen Interessierten, die ein Stück vom großen Kuchen beanspruchen.

Als vor gut vierzig Jahren der Schah seinen Hut nehmen mußte, Ajatollah Chomeini per Islamischer Revolution obsiegte, die Islamische Republik Iran gründete, hatten die USA selbst ihren nicht unwesentlichen Anteil daran. Ein neues Feindbild ward geschaffen, ausgerechnet im ohnehin desolaten Nahen und Mittleren Osten, denken wir an die Israel-Konflikte, an Saudi-Arabien, zwei unübersehbare Mächte.

Diplomatisches Spitzengefühl wurde seitens Trump über Bord geworfen

Wir wissen doch alle, wie schwer sich der Iran tut, seine Haltung als Unrechtsstaat unterstreicht, dennoch war es eine diplomatische Glanzleistung, nach langen, zähen Verhandlungen endlich den Atom-Deal festzusurren, obwohl weiterhin bei den Iran-Sanktionen sowohl gute als auch schlechte Zeiten eine gewisse Dialektik offenbarten. Was wenigstens ein Barack Obama umsetzen konnte, hat sein Nachfolger zunichte gemacht mit der vorschnellen Aufkündigung des Atom-Deals.

Man darf mit Fug und Recht behaupten, daß Trumps Hardliner im Hintergrund ihriges dazutun, um die brisante Situation gezielt zu verschärfen. Insofern kommt der Militärschlag mit der Todesfolge des Kassem Soleimani keinesfalls zufällig, wenn auch überraschend, weil kaum jemand mit Trumps Entscheidungsfreude gerechnet hatte, wo er doch als Friedenspräsident glänzen wollte.

Proteste ein Willkommensgeschenk

Zumal sowieso absehbar, die Leidensgrenze im Iran ist längst überschritten, ein Volk ohne Rechte, kulturell abgeschnitten, dem Regime ausgeliefert, nimmt jedwede Spannung im Lande sofort auf, um sie zu kompensieren, da kann aus einem kleinen Protest ein Sturm der Entrüstung sich verselbständigen. Das wiederholt sich bereits. Dennoch bricht die Wut sich Bahn, manche bezeichnen die Regierung als „Lügner“. Wasser auf die Mühlen auch der USA? Mit Sicherheit. Trumps vorschnelle Twitterreaktionen verdeutlichen dies.

Tatsächlich ein Willkommensgeschenk, jene Proteste? Da sollte man eher vorsichtig sein mit derartigen Vermutungen. Der Iran gestaltet sich als zu groß, zu komplex, trotz allen Leids. Der Gottesstaat ist geschickt aufgestellt, die Ehrfurcht vor dem Ajatollah-Regime überwiegt trotz präsidialer Republik, dank eines Islam, der alles beherrscht! Obendrein sollte man die Einflüsse von außen nicht unterschätzen, mit im Boot sitzen die VR China und Russland. Zwei mächtige Verbündete.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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