Dem Globalismus zum Trotz: Ewig lockt der güldene Westen


Schwarz-Weiß-Denken alles andere als hilfreich

Für einen Jacques Schuster von der Welt schaut das politische Dasein deutscher Bürger ziemlich simpel aus, ex oder hopp scheint hierbei als Frage im Raum zu stehen. Bei Russland setzt der Verstand vieler Deutscher aus, gibt er zum Besten. Wobei er nicht unbedingt Unrecht hat, sei schon mal vorweggenommen. Aber am Ende seiner Ausführung gelangt Schuster zum dialektischen Aspekt, sich für die ein oder andere Seite doch entscheiden zu müssen, einzig im Westen würden die Bedürfnisse einer Partnerschaft liegen.

Daß die Welt sich politisch vielfach wesentlich komplexer gestaltet, verändert und unbedingt daran anknüpft, scheint dem Chefkommentator der Springer-Redaktion entgangen zu sein, sonst hätte er sich nicht auf jene zwei Hauptargumente beschränkt, gegen oder für Putin, austauschbar hinsichtlich eines Donald Trump als Pendant im Westen. So what?! Welch Nonsens.

Scharfe Trennlinie als Hauptargument

Ähnlich einem Cäsar, Daumen nach oben oder nach unten, friß oder stirb, USA oder Russland. Das Ganze bei der Frage des Bündnispartners. Die olle Kamelle eines Ost-West-Konfliktes, die real entfernte Mauer spukt immer noch in den Köpfen, und sei es bei Herrn Schuster. Sicherlich offenbart sich Putins Russland zunehmend autokratisch, doch gleich dem Deutschen zu viel Milde anzulasten, weil fast zwei Drittel mehr Wert auf bessere Beziehungen zu Russland legen, geht dennoch zu weit.

Seit wann sind denn die Grenzen Europas gleich verschoben, wenn die Krim plötzlich zu Russland zählt, im Donbass man nicht dem US-Westen zujubelt, sondern den Russen mehr vertraut? Zumal bekanntlich bereits mit Minsk II seit über vier Jahren weiterhin kein Frieden zu erwarten ist. Das hat weder mit Putin noch mit der Führung der Ukraine etwas zu tun, sondern mit der unbedingt geschürten Intervention des US-Westens durch sogenannter Maidan-Revolte. Ein Schelm, wer hierbei anders denkt!

Vorbereitung zur eskalierenden Kriegshetze eigentlicher Beweggrund?

Wenn wir’s nicht besser wüßten, könnte man daher erahnen, was die Welt in Wirklichkeit reitet, selbst wenn eine gewisse Spekulation im Raume steht, dennoch offensichtliches zutage tritt. Nichts geringeres, als das Volk auf Krieg vorzubereiten, deren Zeichen schon längst unheilvoll uns bevorstehen. Was als Übung für den Ernstfall jetzt im kommenden Frühjahr unter Defender 2020 uns „verkauft“ werden soll, könnte sich schnell als Generalprobe entpuppen, kurz vorm Ernstfall gen Russland. Welch Dramatik, mittendrin Deutschland im Herzen Europas.

Sicherlich handelt Wladimir Putin despotisch, kontrolliert Medien, verunglimpft jedwede Opposition in Russland, traurig genug, brüskiert plötzlich Polen und Tschechien, die Vergangenheit ruht nicht, nur daß Geschichtsklitterung längst neben der Neuen Rechten auch er selbst sich auf die Fahnen geschrieben hat. Im Kontext eines neu entflammten Ost-West-Konflikts wird jene Reaktion logisch, aber dadurch keinesfalls haltbar.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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