Weißt du noch


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Der Himmel hatte sich mit glitzerndem Pulver bestreut,
großzügig verteilt mit den Farben des Regenbogens
tauchte er die Landschaft in mattes perliertes Licht,
diffus wirkten der Sonne Strahlen, wie im Morgengrauen.

In ihren Gesichtern spiegelte sich der rot-bläuliche Puder,
wie die Abziehbildchen in ihrer Jugend glänzte die Haut,
in Kaugummipackungen als Beigaben wurden sie verkauft,
Spucke reichte, um sie für jeden sichtbar zur Schau zu tragen.

Weißt du noch, lächelten sie in den leuchtenden Abendhimmel,
und er wußte, Mutter gab ihm die Schokolade, Bonbons, Kekse,
nicht weil sie ihn so viel mehr liebte als die anderen Geschwister,
sie zollte ihm Tribut, damit er an Vaters statt für Ordnung sorgte.

Weißt du noch, lächelten sie in den leuchtenden Abendhimmel,
und sie wußte, Vater prügelte mit den Fäusten nicht auf sie ein,
weil er sie nicht liebte, er verzieh sich selber nicht seine Ängste,
an denen er litt, seit er aus dem Krieg heimgekehrt, als Invalide.

Ein leichter Händedruck, zärtliche Berührung, Vertrautheit,
in ihren Schritten die Vergangenheit mittragend, ohne Last,
sie hatten keine Eile, warm malte der Horizont Lichtgebilde,
auf ihren Rücken funkelnde Sandbilder, Atemhauch aus Zeit.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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