Deutschland gewährt Rechtsextremismus zu viel Freiraum


Wenn AKK zögert und Lanz lamentiert

Was schon direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ohne weiteres nicht im geringsten zu übersehen war, wer denn genauer hinschaute, setzte sich in den folgenden Jahrzehnten unbeschadet fort, konnte wie ein Krebsgeschwür fleißig wuchern. Altnazis durften ihr Gedankengut ungebremst ausleben bis hinein in Amt und Würden. Beide deutschen Staaten waren von Beginn an auf dem rechten Auge äußerst blind, man ließ sie einfach gewähren.

Während der Fall Möritz über Sachsen-Anhalt hinaus die Republik erschüttert, warnt Annegret Kramp-Karrenbauer Robert Möritz, hält Konsequenzen für möglich, sollte Vertrauen mißbraucht worden sein. Welch zaghaftes Vorgehen, wo doch bereits genügend Fakten auf dem Tisch liegen, die jenen Kommunalpolitiker als das entlarven, was er ist: ein Nazi. Punkt. Selbst der sonst so gern ins Wort fahrende, manchmal schlagfertige Talkmaster Markus Lanz versagt plötzlich neben Hans-Georg Maaßen, der sich in jüngster Vergangenheit als Pöstchenreiter par Excellence entpuppt hatte.

Grönemeyers Appell längst aufgeweicht?

„Keinen Millimeter nach rechts“ hatte der Bochumer Sänger berechtigterweise gefordert. Die Union läßt dennoch die Zügel erstaunlich locker, deren Glaubwürdigkeit befindet sich längst an einem Scheideweg, der viel Raum für Spekulationen bietet. In der Tat steht die Kenia-Koalition in Magdeburg auf sehr dünnem Eis, wie der politische Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, jüngst bemerkte.

Eine Einladung für jene AfD, landespolitisch bald in Regierungsverantwortung gelangen zu können? Der Schritt liegt nahe. Die Vorahnung bestätigt sich zunehmend, daß sich Rechtsextremismus immer mehr entfalten darf. Erschreckend, obwohl genügend Widerstand im Lande vorhanden.

Maaßen als Trittbrettfahrer eines Thilo Sarrazins?

Wer AfD-Sprech aufgreift, wie Markus Lanz in der Talkshow dem Ex-Chef des Verfassungsschutzes vorwarf, weil dieser geäußert hatte, irgendwann kommen 1,8 Millionen Araber ins Land, darf sich nicht wundern, wenn Vergleiche gezogen werden zu jenem SPD-Abtrünnigen Thilo Sarrazin. Millionenfach steht dessen Buch „Deutschland schafft sich ab“ sehr zur Freude sämtlicher Rechtsextremisten in manch Bücherregal landauf, landab.

Lanz‘ Schlußbemerkung, die Bürger der Mitte hätten sich inzwischen radikalisiert wie Maaßen selbst, trifft leider zu. Das scheint dieser nur mit verächtlichem Schnaufen zu kommentieren, was man durchaus als Bestätigung werten darf. Wieviel Freiräume wollen sämtliche demokratischen Kräfte in diesem Land denn noch jenen Rechtsradikalen gewähren?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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