Johnsons Sieg ein deutliches Signal


Brexit kommt jetzt mit etlichen Stolperfallen

Was hat in einem solchen Fall etwa Ehrfurcht verloren, zumal der ehemalige, neugewählte Premierminister alles andere als klug oder vorausschauend agiert? Aber Bundeskanzlerin Merkel läßt sich dazu hinreißen zu bemerken: „Chapeau, muss man einfach sagen.“

Die einen freut’s, andere wiederum kehren sich enttäuscht ab. Die Wähler in Großbritannien sind den Brexitbefürwortern und den markanten Sprüchen Boris Johnsons ganz offensichtlich auf den Leim gegangen, bringt dieser Deal wohl Johnson viel. Direkt nach Bekanntgabe seines Sieges reagierte erwartungsgemäß die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon, um ein Unabhängigkeitsreferendum auf den Weg zu bringen.

Alte Handelsbeziehungen kappt man nicht einfach so – cui bono?

Obwohl der Brexit ein klares Aus bedeutet, die EU zu verlassen, Großbritannien als Drittland danach gewertet wird. Mit ein wenig Phantasie viel eher zum Nachteil der Briten als den EU-Ländern. Brexitbefürworter werden genau das Gegenteil behaupten.

Natürlich gab es direkt nach dem Wahlsieg Gespräche mit der Queen, die bereits im Vorfeld Johnson beigestanden hatte. Verwundern mag es kaum, es sei denn, man stellt die politische Haltung dieses Premierministers in Frage. Und das völlig zu Recht. Allzu offensichtlich gebärdet sich die Kungelei mit Trump, haben die rechtskonservativen bis hin zu den rechtsradikalen Kräften europaweit Terrain für sich verbuchen können. Das läßt tief blicken.

Freihandelsabkommen zwischen EU und Großbritannien in Sichtweite?

Sollte man doch meinen angesichts eines zügigen Brexits, den sich alle Beteiligten erwünschen. Doch Johnsons bereits eingetretene Hektik zum schnellen Abschluß wird so nicht funktionieren, das Chaos geht nach dem Stichdatum des 31. Januars 2020 erst richtig los, die Zeche haben vor allem die Briten im Lande selbst zu zahlen.

Wie merkwürdig, eine Wählerschaft stimmt für die eigenen Mißstände. Parallelen zu ähnlichen Ergebnissen sind somit keineswegs zufällig. Muß das Leid oftmals riesengroß werden, bevor Mensch begreift, wie unsinnig er handelt? Die nächsten Jahre nach dem Brexit werden den Briten noch sauer aufstoßen. Nun denn, manch andere scheinen gar darüber zu frohlocken.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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