Nobelpreiskomitee nicht erst mit Peter Handke in der Kritik


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/ea/Peter-handke.jpg/400px-Peter-handke.jpg

Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Versteckte Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen Hand in Hand?

Was reitet die Jury in Schweden so lässig und geschwind? Manch falsche Entscheidung für viel fragende Kind‘! Angesichts etlicher Fehlentscheidungen darf man sich schon wundern, was da wohl in den Köpfen des Nobelpreiskomitees herumspuken mag mit der ein oder anderen Ernennung.

Sorgte bereits 2009 die Verleihung des Friedensnobelpreises an Barack Obama für weltweites Aufsehen, scheint auch die Bekanntgabe des diesjährigen Literaturnobelpreises an den österreichischen Schriftsteller Peter Handke für viel Unmut zu sorgen, ausgerechnet Erdogan attackiert Peter Handke als „Rassist und Mörder“.

Der türkische Pascha mahnt an?

Man sollte dabei nicht verkennen, daß Erdoğans angezettelter Krieg gegen Kurden untragbar ist, selbst wenn viel zu leise Töne diesem entgegenwehten, ein Macron sich wenigstens traute, im Gegensatz zur Bundeskanzlerin, ihm Paroli zu bieten.

Selbst wenn Erdoğans Intervention ziemlich zutreffend sich verhält, sollte gerade er selbst mal lieber die Füße stillhalten, bis heute wurde auch der Genozid gegen die Armenier seitens der Türkei nicht zugegeben. Ausgerechnet einem Peter Handke überreicht das Nobelpreiskomitee den Literaturnobelpreis, der doch das Regime Milosevic verharmlost, kleinredet. Der Tagesspiegel betitelt zu Recht ein Symptom politischer Verirrungen, diese Prämierung legitimiert Handkes Äußerungen zu Jugoslawien.

Frieden und Literatur oftmals ein Dorn im Auge

Wer entscheidet da wohl zu welchen Kriterien? Kein Wunder, daß sich etliche Zeitzeugen schon fragen, wieso und warum der/die ein oder andere jenen Preis erhalten hat. Dabei spielt eine gewisse Lobbyarbeit ziemlich offensichtlich eine Rolle hinsichtlich häufiger Ernennungen von Leistungsträgern aus den USA.

Aber Barack Obama, der weder zu Beginn seines Präsidentenamtes noch in den Folgejahren zu wesentlichen Friedensbemühungen sorgte, viel eher per Drohnen Menschen ermorden ließ? Welch Widerspruch, der berechtigt für Empörung sorgte.

So interessant und vielsagend Peter Handkes Schaffen für die Theaterwelt, so fragwürdig dessen Verharmlosung serbischer Kriegsverbrechen. Hat am Ende Salma Rushdie doch Recht mit seiner Bemerkung, die er bereits vor zwanzig Jahren im Guardian kommentierte, Handke sei als Preisträger für den International moron of the year prädestiniert? Hat er auf alle Fälle. Und das Nobelpreiskomitee sich als unfähig geoutet.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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