Welttage: Gedenktage ohne echte politische Konsequenzen


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Alibifunktion als Gewissensberuhigung

Da gibt es inzwischen ziemlich viele Anlässe, um bestimmte Welttage ganz gezielt zu ernennen, so wie das längst mit der Ausrufung des ersten Welttages seitens der UN am 31. Oktober 1947 geschehen.

Sicherlich dürfen wir auch von Erfolgen sprechen, aber es verbleibt der fade Beigeschmack einer Alibifunktion als Gewissensberuhigung. Doch was verbirgt sich tatsächlich hinter gutgemeinten Aktionen, deren ins Leben gerufenen Gedenktage, die ohne echte politische Konsequenzen sind, wer denn genauer hinschaut?

Vom Welt-Lepra-Tag bis zum Welt-Anti-Korruptions-Tag

Dazwischen solche Tage wie der „Internationale Frauentag“ oder einer speziell in Deutschland, somit kein Welttag, dem „Tag der gesunden Ernährung“. Man mag staunen, welche Ideenvielfalt bisherig in den über 66 Jahren sich entwickelte, um solche Welttage zu würdigen, die allesamt dem gegebenen Anlaß gerecht werden wollen. Eine sicherlich ideelle Vorstellung, eine Wiedergutmachung von Versäumnissen, aber gleichzeitig dennoch eine schallende Ohrfeige an Politiker.

Daß die Frauenrechte nach wie vor am politisch kulturellen Willen scheitern, sollte sich längst herumgesprochen haben, insofern mag auch dieser 08. März keine echte Wirkung zeigen, oder? Wo doch selbst Alice Schwarzer vor acht Jahren vorschlug, ihn einfach abzuschaffen, stattdessen ganzjährig die Tage für alle Menschen zu machen, gleich welchen Geschlechts.

Blendwerk oder moralische Instanz?

Ob mit einem Welttag sich real etwas bessert, bleibt dahingestellt. Andererseits schaffen solche Tage es ebenso, die Menschen auf die Probleme hinzuweisen, sie ins Gedächtnis zu rufen, erst recht, wenn dann gezielte Aufklärungsaktionen folgen mittels Broschüren, den Medien, die hierbei eine besondere Rolle spielen mögen.

Nun, man darf nicht gleich alles negieren, die Hoffnung bleibt bestehen, und vielleicht haben solche Welttage dennoch ein Gutes für sich: Sie mahnen an, sie sollen uns daran erinnern, was ansonsten erst recht im Alltag verblaßt. Solange sie nicht verzettelnd überhand nehmen, kann man sie doch akzeptieren. Dabei gibt es durchaus ganz lustige unter ihnen, so wie der Weltlachtag, der seit 1998 jeweils am ersten Sonntag im Mai stattfindet, denn lachen ist nun mal gesund.

„Halte immer an der Gegenwart fest. Jeder Zustand, ja jeder Augenblick ist von unendlichem Wert, denn er ist der Repräsentant einer ganzen Ewigkeit.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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