Tristesse


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Tristesse
ergriff die Komtesse,
kein Galan
kündigte Besuch an,
einsam im Schloß,
Hände auf dem Schoß,
jünger wird sie nicht,
erste Fältchen im Gesicht,
bei einem Turnier
stehen Männer Spalier,
sprach die Gouvernante,
die sich auskannte
in der Männer Welt,
Miene der Komtesse aufhellt,
der Gewinn, der Pokal,
die Gunst als Komtesse‘ Gemahl,
ein Leben als Herrscher
über Palast und Gemächer,
die Kämpfe fanden statt,
etwas später die Hochzeitsnacht.

Tristesse
ergreift die Komtesse,
ihr Angetrauter
vor lauter
Pflichtbewußtsein
in seinem Comte Dasein,
ist schwer beschäftigt
und zwar heftig,
in allen Gemächern beizuschlafen,
macht ihm sehr zu schaffen,
müde ist er ständig,
seine Antwort kennt sie auswendig,
wenn sie nach dem Grunde fragt,
er gähnend sagt,
das Schloß hat viele Zimmer,
ich fürchte, es wird eher schlimmer,
wenn ich die Güter inspiziere,
womöglich ich mich im Wahn verliere,
aus Sorge um seines Geistes Zustand
stiert sie betend auf das Kreuz an der Wand.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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