Wider der Verharmlosung von Rechtsextremismus


Ende der Zeit der SED-Romantik

Was haben wir in Jugendtagen nächtelang diskutiert, was denn der Sinn sei von Mao, Lenin, den Sozen und Co., während manch Unbehagen sich ausbreitete ob der angeblichen Glanzleistungen des real existierenden Sozialismus. Parallel die völlig berechtigte Kritik am Großkapitalismus, an einen neoliberalen Weg, den gerade die FDP mit stoischer Gelassenheit verfolgte.

Dazwischen all die Hardliner, die gerne mit anarchistischen Phrasen aufwarteten, jedwede Staatsform ablehnten. Verständlich mit Blick zurück zur Hitler-Zeit, zum ostdeutschen Nachbarn, obwohl ein echter Sozialismus ohne die Selbstverständlichkeit der SED-Bonzen, den oberen Zehntausend mit Sondergelüsten und –rechten ohne weiteres tragbar gewesen wäre in unseren Köpfen. Stattdessen Frust ob niederschmetternder Realitäten.

Die Folge erreichte uns prompt, als nach Meinhof die RAF sich deutschlandweit austobte, linker Terror die Staatsmacht herausforderte, diese sich nicht lumpen lassen ließ, mit entsprechender Härte durchgriff, teilweise unverhältnismäßig selbst Intellektuelle oder gar Künstler wie einen Heinrich Böll unter Generalverdacht stellte. Eine kritische Hinterfragung dieses hauptsächlich CDU-gelenkten Systems wurde mitnichten geduldet.

Kein Wunder, daß mit den Bürgerbewegungen eine grüne entstand, weil die Sozen keinen Blick für Umweltbelange hatten, erst recht nicht für eine scharfe Trennlinie zur konservativen Mitte. Insofern mußte aus ehemaliger SED eine PDS hervorgehen, die schließlich am Ende zur Die Linke als Partei sich entwickelte, weil die SPD unter Helmut Schmidt ihre sozialistischen Ziele aus den Augen verlor, mit dem Verrat des Herrn Schröder hin zur Agenda 2010 gänzlich letztlich der Union in den Hintern kroch, um anschließend in einer GroKo zu landen. Mit dem Verlust von Wählerstimmen, Tendenz steigend.

Bei derartigem Parteigerangel einer sogenannten Mitte mußte und konnte sich der Rechtsextremismus prima entwickeln, ungebremst. Zumal gleichzeitig gerade die C-Parteien nicht locker ließen, mit freundlichster Unterstützung der Liberalen, den Linken stets einen Extremismus zu unterstellen, der lediglich bei ein paar wenigen ewig gestrig Versprengten noch zutraf, keinesweg bei Politikern der Linkspartei, wie auch Extremismforscher Alexander Häusler jüngst im Deutschlandfunk bemerkt hatte.

PDS-Geschwafel war gestern, erst recht der ewige Vorwurf zur SED-Affinität, mit der gern immer noch völlig verfehlt argumentiert wird. Aber ein latent vorhandener Rechtsextremismus, der sollte uns alle angehen, zumal dieser sich immer dummdreister durchzusetzen versucht, landes- und bundesweit. Schluß damit, richtet Eure Augen gen sich formierenden Faschismus, bevor dieser tatsächlich sich neu etabliert!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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