Graphische Handwerkskunst liebäugelt mit Marxloh


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f5/Duisburg-Marxloh_-_panoramio.jpg/450px-Duisburg-Marxloh_-_panoramio.jpg

Wikimedia Commons CC BY 3.0

Norbert Thyssen ordnet sein kreatives Chaos

Im Nordwesten von Duisburg liegt der Stadtteil Marxloh, der früher zum Stadtkreis Hamborn gehörte, vor 90 Jahren der kreisfreien Großstadt zugeordnet worden war. Dorthin verschlug es nahezu zwangsweise den ehemaligen Creative-Direktor, Norbert Thyssen, der mal in der Werbebranche arbeitete, in einer Marxloher Senioren-WG lebt, an den Rollstuhl gebunden.

Für den Designer stellt sich nicht die Frage nach Kunst, er nennt sich viel eher Ideeist, seine Einfälle letztlich in die Tat umzusetzen. Neben dem Entwerfen photographiert er noch oder macht auch Musik.

Von wegen „No-Go-Area“ Marxloh

Das läßt Norbert Thyssen keineswegs zu, kämpft auf seine Weise dagegen an, große, unübersehbare Graphiken schmückten das Stadtbild, sind zurzeit bis Ende November ausgestellt in der Marxloher Kreuzeskirche, danach sollen sie im Marxloh-Center, dem Hamborner Rathaus und dem Landtag in Düsseldorf zu sehen sein.

Das macht Sinn und vor allem Hoffnung. Kreative Ideen, nicht immer unbedingt politisch korrekt, dafür mit entsprechend zwinkerndem Auge. Man fühlt sich teilweise zurückversetzt in die plakative Zeit eines Klaus Staeck, der zu Beginn der 1970er Jahre mit politisch-satirischen Plakaten auffiel, die schließlich auch als Postkarten gedruckt für Aufsehen sorgten.

Kreative Ideen gegen Haß und Gewalt

Eine passende Antwort, ein Entgegensetzen, um auf diese Weise Menschen wachzurütteln, sich eben nicht aufzugeben, wenn gewisse Kräfte am Werk, die nur noch mit Haßparolen für Unfrieden sorgen wollen. Humor kann folglich durchaus Brücken schlagen, Menschen verbinden, die allzu schnell resignieren.

Wer wirklich etwas ändern möchte in den Köpfen der Menschen, deren Alltag bewegen, der provoziert halt gern, nichts anderes versucht Norbert Thyssen mit seinen Werken. Es darf dann schon mal ein Titelblatt des Politmagazins Emma sein, mit dem Slogan: Mama kocht (Essen) und Papa kocht (Stahl).

Wichtig dabei für ihn, den Schalk im Nacken pflegen, schließlich gehört das wohl zum Leben, mit Trübsal blasen ändert sich kaum was zum Guten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kulturelles

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