USA verurteilt den Genozid des Osmanischen Reiches an den Armeniern


Türkei bleibt bei ihrer trotzigen Haltung

Bis heute bestreitet die Türkei, den Genozid am armenischen Volk zu Beginn des Ersten Weltkrieges verübt zu haben, setzt gern nach, um im Gegenzug u.a. Deutschland an die Gräueltaten der Nazis zu erinnern, statt selbst die damalige Verfehlung zu gestehen.

Endlich hat jetzt das US-Repräsentantenhaus Massaker an Armeniern als Völkermord verurteilt, was zuvor im Jahr 2001 Frankreich tat und hierzulande vor drei Jahren im Deutschen Bundestag geschah. Obwohl selbst auch Kurden an dem Massaker beteiligt waren, haben inzwischen etliche kurdische Organisationen und Politiker wenigstens das armenische Volk für damalige Taten um Verzeihung gebeten im Gegensatz zur Türkei.

Erdoğans Gewitterwolken ein beispielloser Akt der Uneinsichtigkeit

Welche sich vor drei Jahren im Juni hierzulande vollzog, es gab gar gegen elf türkische Bundestagsabgeordnete Morddrohungen, die einmal mehr aufzeigten, was für politische Signale der Sultan aus Ankara der Weltöffentlichkeit zumutute.

Das alles konnte auch späterhin die deutsche Waffenlobby und deren Helfershelfer in politisch hochdotierten Positionen nicht davon abhalten, mit der Türkei hohe Waffengeschäfte abzuschließen. Was zählen offensichtlich schon Bedenken oder gar moralische Erwägungen?

Außenminister Mevlut Cavusoglu verkennt die Lage

Wenn dieser meint, der Schritt zur Bekanntgabe des Genozids sei als Antwort auf den türkischen Vorstoß in Syrien zu verstehen. Man sollte tunlichst das eine vom anderen trennen. Erst recht, weil der völkerrechtswidrige Krieg in Nordsyrien durch nichts zu rechtfertigen ist, aber das kennen wir ja bereits auch in vielen anderen Entscheidungen, Europa hält sich vornehm zurück, überläßt erneut den Großmächten den Vorrang.

Da fragt sich der stille Beobachter, wohin das Ganze führen mag. Wieviel Porzellan darf die Türkei denn noch zertreten ohne durchgreifende Konsequenzen, das alles unter dem Deckmäntelchen einer Phobie, sie könne am Ende sich mit Russland einlassen?

Im Sinne eines Nato-Bündnisses herrscht wohl ziemlich viel Narrenfreiheit, was durchaus keine günstige politische Ausgangslage bedeutet, dem türkischen Despoten mit der gebotenen Entschiedenheit entgegenzutreten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Bedrohte Völker

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