CDU im freien Fall nach Thüringenwahl


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Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Politikverdrossenheit nützt in erster Linie der Neuen Rechten

Das kalte Grausen sollte man sich schon sehr lange eingestehen, wer tatsächlich mal äußerst kritisch gen Berlin schaut, was dort alles für Verfehlungen den politischen Alltag beuteln. Die GroKo war von Beginn an eben nicht auf verläßlichen Pfeilern gebaut, ganz im Gegenteil, die desaströse Statik etlicher Eventualitäten eines verunsicherten Koalitionspartners, der ohnehin um sein politisches Überleben kämpfen muß, bedeutet nicht gerade ein Fundament, auf das man sich bis zum Ende der Legislaturperiode verlassen sollte.

Einsturzgefahren soweit das geschulte Auge reicht, selbst wenn aus dem Hinterhalt der BlackRock-Mann Friedrich Merz lauert, der die Bundeskanzlerin neben anderen CDU-Politikern scharf angreift, ihr „Untätigkeit“ und „verheerende Fehler“ vorwirft. Das alles war schon lang vorhersehbar, insofern pünktlich nach der Thüringenwahl eintritt.

Kritik am System Merkel bis hin zur Gretchenfrage, ob stützen oder stürzen

In rechtspopulistischen Kreisen erschallt es ohnhin täglich, Merkel müsse weg, selbst wenn jene Krakeeler eher aus dem Bauch heraus tönen, ohne handfeste Argumente vortragen zu können, Hauptsache die Wut rauslassen. Thomas Schmoll blickt für ntv gleichwohl kritisch gen Bundeskanzlerin, das System Merkel kollabiere. Aha, AKK könne es nicht, Merkel sei wie Kohl. Die CDU-Chefin ist in der Tat eine „verkorkste Christin“, die ihren Job nicht kann, außer Frage. Nur der Vergleich mit dem Dicken hinkt gewaltig, aber lassen wir das mal besser.

Dagegen wittert Robert Roßmann in der Süddeutschen eine Chance für Friedrich Merz, dieser solle sich zwischen stützen oder stürzen entscheiden. Hinsichtlich des Werdegangs vom BlackRock-Mann greift eher die Wahrscheinlichkeit des Stürzens, das Stützen mag eine zeitlang als Alibi vorgeschoben werden. Am Ende ein Merz wie Phönix aus der Asche steigt? Wäre ihm ohne weiteres zuzutrauen.

Die neuen Nazis profitieren von den Fehlern einer abgewirtschafteten Mitte

Wobei ihnen zugute kommt, daß generell besonders in Europa ein sichtbarer Hang für die Verlockungen der Neuen Rechten die politische Landschaft durcheinanderwirbelt, selbst wenn in Portugal, Frankreich und zuletzt in Italien die Bevölkerung noch den Versuchungen widersteht.

In Deutschlands Osten darf eine AfD nach drei Landtagswahlen als zweitgrößte Partei im Plenum glänzen, ob man deren Haßbotschaften nun ab kann oder nicht, sie dürfen freiweg plärren, selbst im Deutschen Bundestag hält sich die blaue Partei bekanntlich nicht zurück.

Die alten Parteien wären sehr gut beraten, wesentlich geschlossenr den neuen Albtraum einer rechtsradikalen Zunahme zu verhindern, bevor das Kind gänzlich in den Brunnen gefallen und somit zu spät ist. Oder wollen die Bürger des ehemaligen Nazi-Deutschlands eine historische Wiederholung?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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