Zerfall der Gesellschaft nicht wegzudenken


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Wer treibt ihn an oder stoppt den Wahnsinn?

Zunächst befindet ein jeder sich in seiner ganz eigenen Welt, die ohnehin schon schwierig genug es zu meistern gilt, alldieweil mit zunehmendem Sozialabbau, einer deutlich sichtbareren Hackordnung bei der Arbeit und einer scheinbar kürzeren Freizeit sowie mehr Beziehungskonflikten kaum Erleichterung geboten wird.

Vieles läuft auf einen Zerfall der Gesellschaft hinaus, wobei die entscheidenden Fragen sich stellen: Wer treibt ihn an, und wer stoppt den Wahnsinn? Dürfen wir überhaupt eine kritische Hinterfragung gesellschaftlicher Zusammenhänge in Erwägung ziehen angesichts weltweiter Probleme, die allesamt logischerweise zugenommen haben, weil kaum noch Zeit verbleibt, Lösungen im Ansatz zu ersinnen, geschweige denn sie umsetzen zu können?

Gestrige Zeiten eindringliches Mahnmal ohne wirkliche Hilfe

Der Vergleich zu früher hinkt gewaltig, einfach mal diesen heranzuziehen, um die Gegenwart anschaulich zu erklären. Wer solches mühsamst akribisch, obendrein mit historischen Daten und Fakten als Argumentationsbasis aufführt, übersieht ein wichtiges Detail, den jeweiligen Zeitgeist. Je länger die Vergangenheit zurückliegt, desto weniger Informationen vorhanden, das Bild über die damalige Realität unscharf wird, gar wichtige Lücken entstehen, man von fehlenden Puzzle-Teilen sprechen könnte.

Gleichzeitig gab es in allen Zeiten stets mehrere „Wahrheiten“, das bedeutet, niemand kann ernsthaft behaupten, alles belegbar zu wissen, letztlich entstand eine allgemeine Einigung über den äußerst umfangreichen, historischen Ablauf der Menschheitsgeschichte, wobei dennoch kleine offizielle Abweichungen in gewissen Detailfragen existieren.

Doch darf schon nachgefragt werden, ob die vielen eindringlichen Mahnmale gestriger Zeiten eine nennenswerte Hilfe darstellen. Denken wir nur an die zwei dramatischsten Ereignisse des letzten Jahrhunderts, die beiden Weltkriege. Haben diese tatsächlich die Menschheit dazu bewegen können, friedlicher miteinander umzugehen? In Europa mag das schon gelungen sein, wenn wir den Jugoslawienkrieg als Ausnahme hinnehmen. Aber global betrachtet, herrschten noch nie so viele kriegerische Auseinandersetzungen wie im Jahre 2011. Somit muß der Herzschlag, das Seelenwesen einer Gesellschaft wesentlich genauer betrachtet werden, um ihren fortschreitenden Zerfall erahnen zu können.

Die Macht des Kapitals Motor jeder Gesellschaft

Haben all jene am Ende doch Recht, daß die ungezügelte Macht des Kapitals der Motor jeder Gesellschaft zu sein scheint, ohne den sie in sich zusammenfallen wird, wenn es nach den Vorstellungen ihres Wesens geht? Selbstverständlich reagierten bestimmte Familien und ihre unermesslichen Kapitalflüsse im Hintergrund ziemlich empfindlich mit dem Aufkommen der Ideen von Marx und Engels, sahen sie doch ihren langen Kurs des ständig wachsenden Reichtums plötzlich gefährdet.

Allerdings diente dieser selbst hervorragend, um jedweden Widerstand langfristig in Zaum zu halten, wie man unmißverständlich weltweit stets beobachten darf, jedes System, welches sich dem Großkapitalismus in den Weg stellt, letztendlich kapitulierte.

Gleichzeitig entsteht eine tiefe Sehnsucht bei den betroffenen Menschen mit der einsetzenden Erkenntnis, daß es einen Grund geben muß für all das Leid auf Erden, die Massenarmut, die Manipulation und Abhängigkeit als Preis der Zivilisation. Einige wenige Familien bestimmen den Kurs der Kapitalflüsse, der wiederum über das Schicksal von Krieg und Frieden, Armut und Wohlstand entscheidet? Was gern als lächerliche Verschwörungstheorie abgetan, am Ende doch eiskalt berechnende Wirklichkeit, in der somit der Zerfall der Gesellschaft billigend in Kauf genommen wird, damit eigenes Dasein ungestört sich entfalten darf?

Revolutionäre Absichten eine Sackgasse – Widerstand ein Muß

Manchmal entlädt sich eine wachsende Wut, macht sich Luft in gewaltvollen Exzessen, was man ihr auch nicht verdenken mag. Selbst wenn bestimmte Herrschaften exakt mit dieser möglich revoltierenden Entladung rechnen, sie sogar einkalkulieren, viele Indizien sprechen dafür, denken wir an Eurogendfor, an die Zunahme sämtlicher Sicherheitssysteme, an Schutzzonen für Wohlbetuchte, wird dennoch ab einem bestimmten Punkt das Wesen des eigentlichen Mißmutes durch keine Armee der Welt zu stoppen sein. Klar doch, noch werden mit billigen Mitteln wie dem Fernsehen, dem Internet und einer gigantischen Unterhaltungsindustrie Scheinwelten installiert, um die Menschen abzulenken, aber diese Rechnung geht nicht dauerhaft auf.

Widerstand lautet die Devise, und zwar ein stetig wachsender, der aus dem Bewußtsein heraus entstehen muß, damit keine Macht ihn zu brechen vermag. Einmal verinnerlicht, besteht die große Chance, daß die Menschheit an einem Scheideweg sich befindet, den bisherigen Kurs der simplen Unterdrückung durch die Macht des Großkapitals ächtet und stattdessen einen sich ständig selbstkritisch beobachtenden Humanismus nur noch duldet, der im behutsamen Miteinander mit allen Geschöpfen der Erde zusammenlebt.

Durchschauen wir all die bösartigen Zusammenhänge, entwirren sie ähnlich wie den lästigen Knoten eines Bandes, welches uns eigentlich verbinden sollte, und leben endlich genauso, wie uns von Beginn an unsere Bestimmung gegeben wurde, in einem friedlichen Miteinander.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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