Trudeau verliert Stimmen bei Unterhauswahl in Kanada


Zwischen Empörung, Begeisterung und Hoffnung

Der Name Trudeau ist keineswegs ein unbekannter in Kanada, dem zweitgrößten Land der Welt, hatte doch von 1968 bis 1984, zwischendurch mit kurzer Unterbrechung, bereits Pierre Trudeau als Premierminister gewirkt, dessen Sohn Justin als 23. Premierminister seit 04. November 2015 für entsprechende Begeisterung sorgt.

Bei der Unterhauswahl am letzten Sonntag verlor allerdings dessen Liberale Partei die absolute Mehrheit, braucht er jetzt einen Partner, um weiterregieren zu können. Während noch im September die Rede davon war, daß die Empörung über Trudeau unverhältnismäßig sei, scheinen die Wähler in Kanada ihm dennoch einen Denkzettel verpaßt zu haben.

Tatsächlich eine gute Nachricht für den Klimaschutz?

Vergessen wir nicht die berechtigte Anmahnung seitens Greta Thunberg, die noch vor der Wahl bei einem Treffen Justin Trudeau mangelnden Einsatz für den Klimaschutz vorwarf, „er tut nicht genug“.

Dem widerspricht die Süddeutsche direkt nach den Wahlen, Trudeaus Sieg sei eine gute Nachricht für den Klimaschutz. Der Premierminister müsse Vertrauen zurückgewinnen. Nach mehreren Skandalen schwindet seine Wählergunst, die Liberalen verlieren 20 Parteisitze, eine deutlich geringere Wahlbeteiligung bekräftigt die Kritik. Dennoch das kleinere Übel meint Matthias Kolb, die Liberalen hätten doch die CO2-Steuer eingeführt, welche die Konservativen gerichtlich bekämpfen würden. In den Maßstäben von FFF viel zu gering, gemessen am Widerstand der Uneinsichtigen im Lande trotzdem ein Erfolg.

Eine stabile Minderheitsregierung wird es richten

Insofern war der Dämpfer vorausehbar, den die Kanadier Trudeau verpaßten. Kein leichtes Unterfangen für den neu beauftragten Premierminister, der nunmehr nicht alleinig regieren kann, das Parlament wieder mehr Mitspracherechte wahrnehmen wird.

Der Chef der Konservativen, Andrew Scheer, macht ihm somit das Regieren wieder schwer. Das kann allerdings ein Justin Trudeau ganz gut wegstecken, zu selbstsicher reifte er dennoch in den vier Jahren politischer Aktivität als Premierminister heran, sorgte auf weltpolitischer Bühne für genügend frischen Wind. Bleibt zu hoffen, daß er wieder jene Dynamik zurückfindet, anknüpft und sich besinnt, worauf es ankommt. Altverkrustete Herrschaftszeiten aufweichen und beenden, um Gerechtigkeit im Lande gewähren zu lassen, soweit das überhaupt möglich ist.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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