Provozieren auf Teufel komm raus


Bernd Luckes gescheiterte erste Lesung an der Uni Hamburg

Wer angesichts des berechtigten Protests der AStA vorwirft, sie hätte auf primitive Art die Vorlesung von Bernd Lucke verhindert, wie Jasper von Altenbockum in seinem FAZ-Artikel zum Besten gibt, der hat die Brisanz der Situation wohl ziemlich verkehrt eingeschätzt.

Der Mitinitiator und –gründer jener rechtsradikalen AfD benötigt ganz offensichtlich wieder den Anschluß an seine Uni-Tätigkeit, seitdem er mit seinen kläglichen Versuchen neuer Parteibildungen scheiterte, nunmehr an der Uni Hamburg versucht, eine Lesung zu halten, ihn niemand versteht.

„Nazischweine raus aus der Uni“ und andere Parolen folgen

Angesichts des Werdegangs jener AfD nicht weiter verwunderlich, den natürlich ein Bernd Lucke mitzuverantworten hat. Es kommt somit nicht zur eigentlichen Wiedereinstiegsvorlesung im Fach Makroökonomie. Die Studenten überlassen ihm nicht das Wort, stören erheblich den weiteren Verlauf, was Lucke wohl kaum wirklich beeindruckte, er provozierte eher auf Teufel komm raus.

Das paßt zu dessen bisherigem Werdegang, jene Sturheit. Wer dermaßen kaltschnäuzig den Kurs neoliberaler Politik vertritt, obendrein rechtsradikale Gesinnungsgenossen mit einbezieht bei der Parteigründung zunächst zur Wahlalternative 2013, die im Anschluß den irreführenden Parteinamen AfD erhielt, darf sich nicht wundern, wenn entsprechender Gegenwind folgt. Mit dem möchte Bernd Lucke aber auskommen, ignoriert ihn, schließlich leben wir ja in einer Demokratie, wo Meinungsfreiheit jedem zugestanden werden sollte. Stimmt, aber nur bis dahin.

Geistige Brandstifter im Keim ersticken

So die gebotene Haltung, die sich die Studenten an der Uni Hamburg vornehmen, zunutze machen. Eine folgerichtige Entscheidung, nicht nur mutig, sondern durchaus plausibel. Es nützen Bernd Lucke keinesfalls die seinerseits akribisch gesammelten Belege, die dessen Unschuld über den weiteren Verlauf des rechtsradikalen Kurses in der AfD angeblich beweisen sollen. Diese Partei war von Beginn an darauf ausgerichtet, zumal es genügend Stimmen in der Öffentlichkeit gab, die genau das anmahnten.

Es gesellt sich in der Rolle eines Bernd Lucke noch etwas entscheidendes hinzu, und zwar dessen konservativ-neoliberale Einstellung, die generell eben nicht das wirtschaftliche Heil der Zukunft sein kann und darf. Das würde eine weitere Folge des ausbeuterischen Kurses bedeuten, wobei erneut Eliten gefördert und die meisten Arbeitnehmer im Regen stehen werden. Kein Wunder, daß Studierende gern auf solches verzichten wollen

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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