Solidarität mit Ufuk T.


ALG-II-Bezieher wird von JC, Polizei und Justiz genötigt und gemaßregelt

Die Kaltschnäuzigkeit, die facettenreich in diesem Lande angewandt wird, muß man als untragbar, gar verbrecherisch bezeichnen, und zwar im Kontext zur ins Leben gerufenen Hartz-IV-Gesetzgebung, sozialrassistisch und somit zutiefst menschenverachtend. Eine Gesellschaft, die sich im Hamsterrad jener brutalen Regelung zurechtfinden muß.

Das beschert gewissen Kräften durchaus Genugtuung, die sich bestätigt fühlen in ihrer vorurteilsbehafteten Meinung, obendrein gern mitkrakelen und diffamieren gegen diejenigen, die sich kaum bis gar nicht wehren können, einmal in die Mühlen jenes fragwürdigen Systems geraten. Genauso erging es dem türkischen ALG-II-Bezieher Ufuk T. im Mannheimer Jobcenter, der nunmehr vor kurzem vom Amtsgericht Mannheim verklagt wurde. Der Freitag hat hier den Vorgang der schweren Straftat durchs Jobcenter ausführlicher geschildert.

Liedermacher Konstantin Wecker erklärt sich solidarisch mit Ufuk T.

Was er mit der gebotenen Dringlichkeit in seinem Blog Hinter den Schlagzeilen zum Ausdruck bringt, weil ihn der Mitarbeiter Holdger Platta des HdS mehrmals auf die dramatischen Ereignisse aufmerksam gemacht hatte, was natürlich den Liedermacher zutiefst erschütterte.

Doch damit noch lange nicht genug. Ganz bewußt wird im Rahmen des Heidelberger Bündnisses Gegen Armut und Ausgrenzung, heute um 20 Uhr eine Veranstaltung stattfinden, inwieweit das JC vorgegangen ist, um gleichzeitig sich mit Ufuk T. zu solidarisieren, wie Konstantin Wecker verkündet.

Medienhetze beflügelt die gängige Menschenverachtung

Unabhängig davon, daß schon seit längerem etliche Politiker gerne vollmundig gegen Hartz-IV-Empfänger in der Vergangenheit gewettert hatten, kein Blatt vorm Mund nahmen, obwohl die verantwortliche Politik jenes menschenverachtende System ins Leben gerufen hatte. Anstatt die Tragweite zu begreifen, lehnt man sich lieber zurück und schweigt dazu.

Genügend Anlaß, erst recht in die Vollen zu gehen. Seit längerem darf man eine regelrechte Hetze bei manch regionalen Blättern beobachten, wie dies zum Beispiel Der Westen praktiziert. Es sei mal der jüngste Beitrag von Christina Schärfl genannt, über eine Hartz-IV-Empfängerin aus Köln. Ohne näher auf Einzelheiten einzugehen, muß man leider feststellen, daß jene Hetzkampagnen einzig und allein dazu dienen, um sich genau jene Ausnahmen herauszupicken, die gern über die Stränge schlagen, auf diese Weise den Eindruck zu vermitteln, Hartz-IV-Empfänger würden per se schmarotzen und den Staat betrügen.

Das Gegenteil ist der Fall. Die überwiegend große Mehrheit jener Betroffenen bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen, um das hier mal in aller Deutlichkeit zu betonen! Ansonsten empfehlen wir mal einen Blick in die letzte hier erschienene Satire Die Hartz vier Lüge, die ganz treffend veranschaulicht, was hierzulande total verkehrt läuft.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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Eine Antwort zu Solidarität mit Ufuk T.

  1. Oliver Littau schreibt:

    Das System ist unmenschlich….

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