Erdoğans angezettelter Krieg gegen Kurden untragbar


Wenn der Sultan von Ankara wütet

Haben stets viele Menschen zu leiden, das kennt man bereits seit über sechzehn Jahren, als er im März 2003 sein Amt als Ministerpräsident der Türkei antrat. Aus anfänglichen Reformen zur Demokratisierung entpuppten sich dessen weitere Maßnahmen als reinen Machterhalt nach Gutdünken, despotisch regiert er das Land, während die Welt ihn tatsächlich gewähren läßt.

Mit dem Beginn der Offensive gegen die kurdische YPG-Miliz im Norden Syriens macht Erdoğan nach oftmaliger vorheriger Androhung nunmehr ernst, fordert gar Solidarität der Nato, läßt obendrein radikale Islamisten für sich kämpfen. Daß Emmanuel Macron nicht stillhalten kann, sollte offensichtlich sein. Trumps Entscheidung, die US-Truppen abzuziehen, war der türkische Freiffahrtschein für jenen angezettelten Krieg.

Die Nato täte gut daran, die Türkei aus der Allianz zu verbannen

Was dennoch nicht einfach so geschehen wird. Schließlich braucht das nordatlantische Bündnis die Türkei als südöstlichstes Bollwerk, vor allem gen Iran, dessen Versuch, Atomraketen zu bauen, sich längst wieder fortsetzt, seitdem Trump den Atomdeal einseitig aufgekündigt hatte.

Die Spannungen im Nahen und Mittleren Osten haben sowieso kontinuierlich zugenommen, mit dem Krieg der Türkei gegen die Kurden auf syrischem Boden wurde eine Tür geöffnet, die besser ganz fest verschlossen geblieben wäre. Aber davon will Erdoğan erwartungsgemäß nichts wissen, ihn geht es um die Ausweitung seiner Macht.

Stellvertreterkriege wie in Syrien haben ihren Preis

Der da lautet, daß selbst Gegner wie die USA und Russland sich im Fall der Rolle der Türkei einig sind. Ein scheinbares Paradoxum. Tatsächlich allerdings militärisches Kalkül, deren Verhinderung zur Verurteilung der Türkei im UN-Sicherheitsrat vereint beide Gegner somit.

Leidtragend sind in erster Linie Zivilisten vor Ort, was beide Supermächte billigend in Kauf nehmen, die Europäer eher ohnmächtig eben nicht intervenieren können. Letztendlich ein Armutszeugnis par excellence, was einmal mehr aufzeigt, welche Einflüsse militärische Optionen auf die Politik haben. Waffen sprechen, bestimmen und regieren ein großes Stückweit. Mit einem friedlichen Miteinander hat das nichts zu tun!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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