Gesellschaftlicher Rückblick


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Innehalten und mal über den Tellerrand schauen

Wo stehen wir eigentlich, wenn wir bereit dazu sind, das Leben ernsthaft zu reflektieren? Wer bestimmt unser Dasein, bzw. in welche Abhängigkeiten haben wir uns längst begeben? Früher zogen die Menschen jagend und sammelnd umher, der Ackerbau kam hinzu, alles richtete sich nach der direkten Nahrungsbeschaffung, ganz so wie es in der Tier- und Pflanzenwelt ein üblicher Prozeß der Existenzsicherung sein muß.

Doch was zeichnet den Menschen darüber hinaus denn noch aus? Denken Sie nur mal an seine Sprache, seine Kultur und vor allem seine große Neugier, dem Wissensdrang. Reduziert sich dennoch in dramatischen Krisen, in Naturkatastrophen, in Kriegszeiten bis hin zu Endzeitszenarien das menschliche Leben an eine einzige Frage: Wie überleben wir? Halten wir doch mal für einige Momente inne, schauen über den Tellerrand und wagen einen gesellschaftlichen Rückblick.

Das Rad der Geschichte läßt sich keineswegs zurückdrehen, aber trotzdem sollte Mensch immer wieder den Blick auf seine Vergangenheit richten und das erst recht, wenn bestimmte, dramatische Ereignisse unser Dasein gefährden können. Wissen Sie was, jeder von uns hat es ein Stückweit selbst in der Hand, die Menschheitsgeschichte mitzugestalten. Es ist eben nicht damit getan, stets auf die anderen mit dem Finger zu deuten mit der lakonischen Bemerkung, man habe als kleener Mensch sowieso keine Chance, sollen doch die mit Geld und Einfluß es richten.

Stimmt, sie richten es, aber nach ihren Vorstellungen, und das wissen sie nur zu genau! Nein, jeder von uns sollte seine Möglichkeiten suchen, mehr für die Gesellschaft zu gestalten, wegkommen von dieser Mentalität der ohnmächtigen Passivität. Schalten Sie mal abends die Glotze aus, sprechen und diskutieren miteinander. Die meisten von uns arbeiten, lesen, schauen fern, saugen sich voll mit Informationen, das hat was von Schwammspeicherung, nur das wir die Infos nicht mehr rauslassen, sie mitnehmen in unsere Träume, ins Unterbewußtsein, sie somit nicht verarbeiten können, es findet ja kein Austausch untereinander statt.

Beobachten Sie mal eine Weile lang Schüler auf dem Weg zum Bus, zur U-Bahn oder zu Fuß Richtung Schule. Früher unterhielt man sich, lachte, schrie, rangelte scherzhaft. Und heute? Der Blick aufs App, aufs Handy, schweigend die Finger übers Display fliegend, nach unten gerichtet, in letzter Sekunde die Außenwelt zwecks Unfallgefahrenverhinderung wahrgenommen. Schöne neue Welt der elektronischen Unterhaltung ohne menschlich echte Regungen?

Bewegen wir uns tatsächlich auf ein Zeitalter der Non-Kommunikation zu, einem Stillstand der Beweglichkeit, alles von zentralen Punkten steuernd, wobei gleichzeitig die Zerstörung der Umwelt hingenommen wird, weil das Ziel der profitorientierten Technik dienlich, Mensch zweitrangig mittels zahlreicher Masse „benutzt“ wird, um dessen Eliten zu hofieren? Oh ja, es schaut leider ganz danach aus.

Spielen dann im Kontext Fragen nach der sozialen Komponente überhaupt noch eine Rolle? Wer meint, sie zu verneinen, muß eines Besseren belehrt werden. In der Menschheitsgeschichte sind stets alle Hochkulturen gescheitert, weil sie den sozialen Frieden mißachteten. Überließ man somit den Eliten die Oberhand, das Volk zu ignorieren, erreichte irgendwann das Leid den absoluten Höhepunkt, eine radikale Änderung war zwangsläufig fällig, auch wenn hinterher das bösartige Spiel der Unterjochung von vorne begann, sich nahtlos fortsetzte. Meinen die jetzigen Herrschenden, sie könnten ihren Kurs nonchalant einfach unbeirrt fortsetzen? Und das in einer Welt, wo die Möglichkeiten der Informationsbeschaffung nahezu für immer mehr Menschen zugänglich, denken wir nur ans Internet? Wer die Zusammenhänge durchschaut, reagiert entsprechend besonnener, ist wesentlich besser vorbereitet als noch vor wenigen Jahrzehnten.

Was bedeutet diese Erkenntnis für die Menschheit selbst? Dürfen wir das Internet als exakt das Medium interpretieren, welches die globale Chance beinhaltet, eben jedwede bösartige Unterdrückung stets rechtzeitig aufzuzeigen, die Menschen reagieren können? Wir dürfen, selbst wenn jetzt schon eine Internetkontrolle und -zensur entsprechend in Vorbereitung sein wird. Wir wissen ja, es gibt keine absolute Kontrolle, denn was Mensch austüftelt, ein anderer wiederum entschlüsselt.

Was können wir Ihnen mit nach Hause geben? Ganz einfach, betrachten Sie mal ganz nüchtern mit offenen Augen die täglichen Nachrichten, die Stimmung Ihres Familien-, Freundes- und Bekanntenkreises oder am Arbeitsplatz, in der Schule Ihrer Kinder. Und, was fällt Ihnen auf? Genau, Zukunftsangst, lauter Horrormeldungen, viel Gewalt. Woran liegt es? Weil die Menschheit immer noch im Dämmerzustand ihre Eliten hofiert, sie duldet und bedient.

Verwechseln Sie jetzt nicht diese eigentlich einfache Erkenntnis als Aufruf, spontan zu revoltieren. Das wäre verkehrt, weil längst in den Schubladen der Mächte entsprechende Gegenmaßnahmen schlummern, um das Volk niederzuknüppeln. Nein, wir haben es dennoch in der Hand, und zwar mit vielen kleinen, gezielten Widerständen bis hin zu Generalstreiks. Wir müssen alle aufeinander zugehen, den Weg der Kommunikation suchen, all die Manipulationsplätze kritisch hinterfragen oder gar verlassen, uns selbst organisieren, nicht mehr dem Konsumrausch verfallen, nur dann haben wir eine kleine Chance, die Welt erträglicher zu gestalten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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