Defender 2020 – Übung für den Ernstfall


Amis planerisch gen Russland?

Die Linke hat vollkommen Recht mit ihren Bedenken, wenn im Frühjahr nächstes Jahr für „Defender 2020“ 20.000 US-Soldaten nach Deutschland kommen. Was nach außen hin den Eindruck erwecken soll, jene größte Nato-Übung seit 25 Jahren diene lediglich der Selbstverteidigung, darf dennoch als aggressive Provokation gen Russland gewertet werden.

Dabei hat gerade Deutschland den USA einen Bärendienst erwiesen mit der vorschnellen Entscheidung zur Führung der Nato-Speerspitze (Very High Readiness Joint Task Force – VJTF) jetzt im Januar 2019, die als Reaktion zur angeblichen Annexion der Halbinsel Krim ins Leben gerufen wurde. Erstens liegt Deutschland zentral in Europa, zweitens dient es nach wie vor den USA als Drehscheibe militärischer Planungen und Aktionen.

Euro-atlantische Sicherheit letztlich Mittel zum Zweck

Der da lauten könnte, unter allen Umständen alles zu unternehmen, Russland möglichst direkt zu provozieren, in einen angezettelten Krieg. Erneut außerhalb des Terretoriums der USA, insofern im Herzen Europas, der dritte Weltkrieg außer Rand und Band. Egal, ob das Ganze am Ende in ein atomares Endzeitszenario mündet. Das paßt ins Weltbild manch betagter, nimmersatter Machtmenschen, die so gar kein Respekt vor ein friedliches Miteinander hegen.

Obendrein muß man natürlich in solch einem Kontext die von langer Hand geplanten Feindbilder mit einbeziehen: den Iran, die VR China und Russland. Das weltpolizeiliche Gehabe des Hegemon bestätigt sich erneut. Wen wundert’s wirklich?

Very High Readiness Joint Task Force am Ende doch eine Lachnummer?

Schenkt man der fundierten Kritik mehr Glauben, kann man die Wirksamkeit jener schnellen Eingreiftruppe der Nato durchaus bezweifeln. 5.000 Soldaten sind reell zu wenig, um einer russischen Armee etwas entgegenzusetzen. In den Hirnwindungen mancher Nato-Generäle sollen die Russen mal eben die Hauptstädte des Baltikums besetzen, nach demselben Muster wie die Krim, genau deshalb habe die Nato sich zu wappnen.

Und ewig geht die Leier weiter vom „bösen Russen“ und „freien Westen“, der ständigen Bedrohung seitens Russlands, die es seit dem Ende des 2. Weltkriegs per US-amerikanischer Freundschaft zu verhindern gilt, koste es, was es wolle. Selbst wenn erneut der Westen als Aggressor sich entpuppt. Wollen wir das wirklich, uns in solche Szenarien verstricken?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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