Flughafen Peking-Daxing eröffnet


https://en.wikipedia.org/wiki/Beijing_Daxing_International_Airport#/media/File:Beijing_New_Airport.jpg

Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0

Pünktlich zum 70. Geburtstag fertiggestellt

Im Reich der Superlative, immerhin leben in der VR China mit Abstand die meisten Menschen, wurde jetzt der weltgrößte Flughafen Peking-Daxing nach nur vierjähriger Bauzeit eröffnet, die größte integrierte Transportdrehscheibe der Welt, wobei nach 2021 rund 100 Millionen Passagiere jährlich abgefertigt werden sollen.

Vergleiche mit den desolaten Zuständen des Flughafen Berlin Brandenburgs (BER) mögen gern herangezogen werden, um eines der größten Bauverzögerungen Deutschlands anzumahnen, im Zeitalter der Klimakrise scheinen allerdings Flughäfen generell berechtigterweise ziemlich kritisch betrachtet zu werden.

Sicherheit ade zu Gunsten einer ewiglich verheißenden Wachstumsspirale?

Exakt jene Frage muß man sich stellen, wer einen Blick auf den Flughafen Peking-Daxing wirft. Dabei spielt der in Deutschland sehr ernstzunehmende Brandschutz eine übergeordnete Rolle, vergessen sei nicht die Brandkatastrophe beim Flughafen Düsseldorf vor 23 Jahren, bei der 17 Menschen verstarben, 88 verletzt wurden.

In der VR China gelten mit Sicherheit keine akribische Brandvorschriften, möge dort niemals auch nur annähernd eine Kette ähnlicher Pannen zu einem Brand führen, das Desaster wäre um ein vielfaches dramatischer! Hinzu kommt der überfällige Klimastreik, der seit letzten Freitag weltweit für entsprechende Aufmerksamkeit sorgte. Die Menschheit sollte sich schlußendlich schleunigst von der Mär ewigen Wachstums verabschieden.

Zaha Hadid blieb die Fertigstellung verwehrt – wer gewinnt im globalen Run?

„Der Fluß der Dinge, Bewegung sei das Wichtigste, eine nicht-euklidische Geometrie, in der sich nichts wiederholt, eine Neuordnung des Raums entsteht“, so kommentierte die irakische Architektin ihr berufliches Schaffen, die noch zusammen mit ihren chinesischen Partnern den Flughafen Peking-Daxing geplant und entworfen hatte. Das ist ihr auch mit dem seesternartigen Terminal durchaus gelungen. Immerhin unterhielt Zaha Hadid Architects 2015 rund 400 Architekten, die an über 950 Projekten in 44 Ländern arbeiteten, sie selbst verstarb am 31. März 2016.

Um die Frage gleich zu beantworten, wer den globalen Run gewinnt: im Grunde genommen niemand, selbst wenn die VR China gern als Paradebeispiel wirtschaftlichen Erfolgs herangezogen wird. Gleichzeitig kann ein jeder mühelos erkennen, inwieweit im Reich der Mitte es mit dem Umweltschutz scheitert. Das rächt sich natürlich, erst recht in Zeiten der Klimakrise.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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