Flexiblere Arbeitszeiten zugunsten der Ausbeutung


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Erpressung mittels fortschreitender Digitalisierung

Am besten gleich mit der Tür ins Haus fallen, alles andere dient ohnehin der Verschleierung. Ganz besonders dreist gibt sich die Lobby ausgerechnet jener Arbeitgeber, die sowieso keinerlei Probleme damit haben, Arbeitnehmer erst recht für ihre profitablen Zwecke regelrecht zu mißbrauchen.

Es beginnt mit zu niedrigen oder schlecht bezahlten Löhnen und setzt sich nunmehr fort, in dem die Staatsregierung u.a. die Höchstarbeitszeit kippen will. Zehn Stunden seien längst nicht genug im Zeitalter einer fortschreitenden Digitalisierung, so die argumentative Notwendigkeit. Was interessieren Arbeitnehmerrechte, denen sind gewerkschaftliche Errungenschaften ohnehin ein Dorn im Auge, Hauptsache der ein oder andere Euro rollt in die eigene Tasche.

Globalismus ein Garant für Raubrittertum

Das sollte man direkt wörtlich nehmen, selbst wenn die Ära der Raubritter in Märchen- und Geschichtsbüchern nur noch nachzulesen sind. Die Realität verheißt keineswegs gutes für abhängige Beschäftigte, die auch nur überleben wollen in einer Arbeitswelt vom Ritterum zu globalen Konzernen, die obendrein den Kurs der Politik bestimmen.

Dabei weiß jeder, der sich mit der Thematik intensiver auseinandersetzt, was es bedeutet, wenn Menschen zuviel abverlangt wird. Gesundheitliche Schäden sind vorprogrammiert, das Famlienleben leidet darunter, im Alter kann man dann sein Rentendasein eben nicht unbeschwert genießen. Schichtarbeit ist alles andere als gesund, ein Grund mehr, das Vorhaben der Regierung äußerst krititisch zu beäugen.

Sogenannte Flexiblität nur vorgeschoben

Denn genau damit stößt man eine Tür auf, die so gar nicht im Sinne des Arbeitsschutzes sein kann. Gleichzeitig haben dann Arbeitgeber erst recht mehr Möglichkeiten, ihre Mitarbeiter zu gängeln. Was interessieren dabei Bedenken, Hauptsache Politik schafft die nowendigen Rahmenbedingungen durch gesetzliche Vorschriften.

Insofern nicht weiter verwunderlich, daß es auch der ununterbrochenen elftstündigen Ruhezeit an den Kragen gehen soll. Ausnahmen gibt es in diesem Kontext ohnehin, sie kann dabei um zwei Stunden reduziert werden. Jetzt wird aber genau jene Ausnahme als neue Möglichkeit erwogen. Daß das gesundheitliche Folgen haben kann, scheint der Politik egal zu sein. Man erinnere sich, wie jene Klientel tickt, Ursula von der Leyen hatte mal allen Ernstes vorgeschlagen, ein Bauarbeiter, der mit 55 nicht mehr hart arbeiten könne, den könnte man ja kurzerhand als Bürokraft anlernen. So simpel tickt aber Mensch mitnichten, nur daß Politiker oftmals völlig verfehlte Entscheidungen mit treffen dürfen!

Die wirtschaftspolitische Sprecherin, Annette Karl (SPD), hat durchaus recht mit ihrem Einwand, daß die Axt an den Arbeitnehmerschutz unter dem Deckmäntelchen einer notwendigen Flexibilisierung von Arbeit im Zeichen der Digitalisierung angelegt wird. Bleibt zu hoffen, daß die Sozialdemokraten nicht einknicken, weil mit Hartz IV diese Partei längst bewiesen hat, wie schnell soziale Errungenschaften abgebaut werden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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