China zwischen Kontrollverlust und Weltherrschaftsphantasie


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Trumps Zölle und Maas’ Einmischung erschüttern das Reich der Mitte?

Kann man tatsächlich dieses riesige Land, das zweitgrößte Asiens, real erschüttern? Vor allem nach diesem historischen Werdegang, dem imposanten Wirtschaftswachstum der letzten Jahre, welches zwar wieder stagniert, aber immer noch im Vergleich zum Rest der Welt frohlocken darf? Man sollte solche Abwägung getrost besser lassen, weil die Volksrepublik China ganz offensichtlich etliche Eisen im Feuer hat, die sie sich nicht nehmen läßt.

Bereits vor über drei Jahren betonte Arno von Rosen in seinem Artikel, das Reich der Mitte befinde sich nicht auf der Verliererseite. In anderen Worten, man sollte keine trügerischen Hoffnungen hegen, man könne das Land simpelst austricksen. Dennoch hat auch die VR China sich ihren Realitäten zu stellen, beschäftigt der Konflikt der Hongkong-Demonstrationen dessen Führung.

Menschenrechtseinforderungen nötig aber wirkungslos?

Mit Blick zur Todesstrafe im Riesenreich, deren Zahlen der Hinrichtungen ohnehin niemand wirklich weiß, sollte sich niemand der Illusion hingeben, die verantwortlichen Politiker ließen sich dadurch beeindrucken, wenn die Welt Gerechtigkeit einfordert. Obendrein kann gerade der Westen kaum damit punkten, weil in den USA gleichwohl in weit über der Hälfte ihrer Bundesstaaten sie noch angewandt wird. Welch Negativbeispiel.

Was dennoch Außenminister Heiko Maas nicht davon abhält, mit dem Hongkonger Demokratie-Aktivisten Joshua Wong sich zu treffen, China sich über ihn beschwert, Chinas Regierung prompt von einer „Art der Respektlosigkeit“ spricht. Die FDP fordert darüber hinaus, die Bundeskanzlerin solle sich ebenso mit Wong treffen. Die einen meinen, Öl ins Feuer gießen, bringe nichts, heize die Mißstimmung viel eher an, kritischen Hardlinern kann es nicht deutlich genug gehen, zumal Deutschland sich sowieso zwischen den Fronten des Wettrüstens befindet.

Chinas Scoring-System Anlaß zur Sorge

Während in der Süddeutschen Jannis Brühl unter der Überschrift seines Artikels „China, Orwell und die Angst des Westens“ noch den Wind aus den Segeln nehmen wollte, Experten würden dem Bild widersprechen, Chinas Scoring-System überwache und gängle dessen Bürger drakonisch, darf man dennoch die Frage stellen, was Chinas Führung tatsächlich beabsichtigt. An Zufälle sollte man sowieso nicht glauben, gewisse Vorahnungen haben durchaus Berechtigung.

Vor allem im Kontext einer aufstrebenden Wirtschaftsmacht wie China, die alles versucht, um ganz vorne mitzumischen im globalen Wettstreit. Der Handelskrieg mit Trump tut sein übriges, um das Ganze noch zu forcieren, während die anderen Industriestaaten fast schon ohnmächtig ohne wirkliche Konzepte eher als Zaungäste wirken.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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