Ost-Bashing leider durchaus berechtigt


Übergriffe auf Flüchtlinge besonders in Brandenburg

Selbstverständlich hat man sich auf Augenhöhe zu begegnen, das gilt somit für alle. Doch geschieht dies auch tatsächlich in der Praxis? Mitnichten. Insofern dürfte die Äußerung von Sahra Wagenknecht, Linke sollten keine Wähler aus dem Osten anprangern, wenn sie aus Protest die AfD wählen, eher fragwürdig daherkommen.

In Anbetracht von Flüchtlingen, die hierzulande ohnehin oftmals äußerst menschenunwürdig untergebracht werden, sollte sich niemand wundern, daß bestimmte Teile der Bevölkerung dies als Anlaß werten, ihren Haß auf Ausländer auszuleben. Somit sind bereits mehr als 600 Angriffe auf Flüchtlinge im ersten Halbjahr 2019 festzustellen, jeder vierte ereignete sich in Brandenburg.

Welch Armutszeugnis inwiefern Politiker reagieren

Vor allem weil sie obendrein oftmals mit zu verantworten haben, was in Berlin beschlossen und real Betroffene anbelangt. Im Anschluß öffentlichkeitswirksam sich ahnungslos zu geben, um eigene Verfehlungen unter den Teppich zu kehren, ist ziemlich fragwürdig. Genau das versucht der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki nach den mißglückten Wahlen in Sachsen und Brandenburg, die Politik der radikalen Abgrenzung sei gescheitert.

Um im selben Atemzug ins gleich Horn wie Sahra Wagenknecht zu blasen, es würde eine Entfremdung vom Wählermilieu, nämlich den AfD-Wählern, stattfinden. Das Gegenteil muß viel eher angemahnt werden. Vielleicht wurde ja viel zu wenig auf den Rassenhaß hingewiesen, dessen Alltagspraxis längst überhand nimmt! Der aufmerksame Beobachter stellt sich unweigerlich die Frage, in welchem Kuckucksheim jene politische Klientel lebt.

Parallelen zur Nazi-Ära sollten erst recht aufhorchen lassen

Auch in den 1920er Jahren zogen etliche Politiker und Besserwisser es vor, das Aufbegehren der Nazis schön zu reden, anstatt deren kontinuierliche Gewaltbereitschaft beim Namen zu nennen, eine stille Mehrheit, die das duldete, mit anzuprangern. Wegducken half nichts, wie wir eigentlich heute wissen sollten.

Flüchtlinge sind alles andere als kriminell, die größten Verbrecher sind die Industriestaaten selbst und das Ausblenden überdeutlicher Zusammenhänge. Aber Rassenhaß und Ausländerfeindlichkeit paßt so vorteilhaft ins Denkmuster von Ausgrenzung und Mobbing, man darf dann eigenen Gewaltphantasien freien Lauf lassen. Kein Wunder, daß damit eine Nazi-Hochburg entstehen kann wie im Brandenburger Hirschfeld. Wenn wir solche Entwicklungen nicht resolut stoppen, schaut die Zukunft richtig mies aus.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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