Sachsen- und Brandenburg-Wahl: Links verliert, rechts gewinnt


Im Osten Deutschlands ticken die Uhren verkehrt

Geschichtsbewußtsein scheint bei einem gewissen Teil der Wählerschaft nicht vorhanden zu sein, man blendet mal soeben sowohl die Nazi- als auch die SED-Herrschaft aus, um auf die „Rattenfänger“ jener AfD hereinzufallen, ihnen vollmundig zuzustimmen.

Entsprechend hoch darf sich die angebliche Protestpartei glücklich schätzen als der Wahlsieger in beiden Landesparlamenten, wenn auch nicht in Regierungsverantwortung. Das möchte man sich besser erst gar nicht ausmalen, was dann geschehen würde.

Ergebnisse im Einzelnen

In Brandenburg konnte die AfD ihr Wahlergebnis von 2014 nahezu verdoppeln, während in Sachsen es noch dramatischer zuging, ihr beinahe eine Verdreifachung hinzugewonnener Wählerstimmen gelang.

Ganz anders bei den Linken. Sie muß als die Partei der größten Wahlverlierer gewertet werden, in Sachsen verlor sie 8,5% und in Brandenburg 7,9% ihrer Stimmen.

Dabei sollte die CDU nicht gleich frohlocken, hat sie doch in beiden Bundesländern gar mehr Stimmen einbüßen müssen als die in letzter Zeit so viel gescholtene SPD. In Sachsen ein Minus von 7,3% und in Brandenburg von 7,4%, während die Sozialdemokraten in Brandenburg 5,7% verloren und in Sachsen 4,7% der Stimmen.

Für die Grünen setzte sich ihr Trend fort, mehr Wähler hinzuzugewinnen, in Sachsen ein Plus von 2,9% und in Brandenburg von 4,6%. Die FDP erreichte in beiden Landtagen nach wie vor nicht die erforderlichen 5% trotz leichten Stimmengewinnen.

CDU und SPD weiterhin hauptsächlich in Regierungsverantwortung

Ende gut, alles gut? Mitnichten! Zwar konnte noch schlimmeres verhindert werden mit zeitweise dramatischen Prognosen, daß zumindest in Sachsen diese rechtsextreme AfD gar die Partei mit den meisten Stimmen sein würde, dennoch sollten sich die demokratischen Kräfte nicht darauf verlassen, daß es dabei bleibt. Die Landtagswahl in Thüringen steht am 27. Oktober bevor, wo Die Linke und die CDU nur knapp vorne liegen, eine AfD durchaus noch punkten könnte, während die Grünen längst an der SPD vorbeiziehen, mit Blick zur INSA-Umfrage vom 22. August.

Dennoch aufatmen, daß keine AfD mitregieren darf? Natürlich. Trotzdem verbleibt der fade Beigeschmack, wie simpel sich Wähler beeinflussen lassen mit einfachen Haßbotschaften, ohne nennenswerte Lösungen zu vermitteln, diese Rezeptur aus zurückliegenden Nazi-Zeiten greift im Herzen Europas, in Deutschland erneut. Das ist der eigentliche Skandal!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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