Europas Lichtblicke lassen Hoffnung keimen


Zuzana Čaputová durchaus mit Signalwirkung

Manchmal zum Haare raufen, wer denn noch welche auf dem Kopf trägt, sie genußvoll pflegt und Optimismus sich regt. Poetische Anwandlungen vermögen ein Stückweit für Entspannung sorgen, wo doch real genügend Probleme auch Europa bedrängen, denkt man vor allem an dessen Rechtsruck, der gern vergangenes Leid ignoriert.

So als ob die Vergangenheit nicht stattgefunden hätte, dabei eine treudoof fanatische Vaterlandspflicht unwissend Leichtgläubigen eingeredet wird, funktioniert mal wieder brillant, Hauptsache der Euro rollt zu entsprechenden Geldgebern, die vollmundig genau das einkalkulieren: Krieg, Haß, Zerstörung.

In der Slowakei ändert sich vieles zum Guten

Obwohl zuvor genügend Korruption obsiegte bishin zum Doppelmord, als der Journalist Jan Kuciak und dessen Verlobte Martina Kusnirova schlichtweg feige ermordet wurden. Die folgende Empörung fruchtete dahingehend, daß am Ende Zuzana Čaputová Präsidentin in der Slowakei wurde, ein kleines Land mit großem Mut, wie Gerhard Spörl anschaulich beschreibt.

Das mahnt all diejenigen an, die sich noch im Sessel der Gelassenheit wähnen, wo doch die Salvinis, Orbáns oder Putins ihren Macho so deftig heraushängen, wehe, man widerspricht ihnen, das hat dann Folgen bishin zur Ermordung, in Russland offensichtlich längst wieder Selbstverständlichkeit, Erinnerungen an Stalin flammen auf.

Eine EU die vor lauter Dialektik sehr wachsam sein sollte

Ganz besonders unter ihrer neuen Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, die ohne jedwede Taten bereits mit Lorbeeren nahezu überschüttet wird, der aufmerksame Beobachter sich nur verwundert die Augen reiben mag, was jene Lobhudelei denn bedeuten soll.

Es zählt wohl nicht Qualität, sondern vielmehr Vitamin B mit entsprechender Portion Geldgeber im Hintergrund. Daß dabei der Glauben an die Politik verlorengeht, kann man Politikverdrossenen nicht übelnehmen. Die Gefahr des extremistischen Rechtsrucks scheint die etablierte Politik offensichtlich einzukalkulieren, sonst wäre sie wohl eher auf der Hut. Deren Ignoranz schreit gen Himmel, zumal frapante Parallelen der 1920er Jahre auflodern.

Dennoch ein Hoffnungsschimmer am Horizont? Eine Zuzana Čaputová zeigt bereits, inwieweit man konsequent handeln soll, vielleicht bringt das ja den ein oder anderen dazu, mal wieder genauer hinzuschauen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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