Düstere Prognosen oder ein heller Streifen am Horizont?


Wer schweigt, macht sich mitschuldig

Bestandsaufnahme niemals im Einklang mit einer hoffnunsfrohen Aussicht, dennoch keineswegs resignierend, weil nicht zuletzt die Hoffnung stirbt, sondern eben Mensch noch so manch guten Kern in sich trägt trotz einer lamentierend bösartigen Neuen Rechten, die keine Gelegenheit ausläßt, ihr Weltbild jedem verpassen zu wollen, der es wagt, ihr zu trotzen.

Sie brüllen lauthals, sie seien das Volk, obwohl #wirmehrsind. Masse disqualifiziert leider nicht eine solch haßerfüllte Klasse, diese wird im Stillen von entsprechend agierenden Großkapitalisten gesponsert mit dem Hintergedanken, in totalitären Systemen erst recht ihr Herrschaftsprinzip unters Volk zu streuen. So viele Nachtigallen gibt es gar nicht, die man trapsen hören sollte!

Schweigen somit keineswegs eine Option darstellt, Widerstand vorprogrammiert, bevor sie uns die Felle über die Ohren ziehen! Mit Blick gen Mittelmeer zeigt sich weiterhin, inwieweit eine EU sich vorschreiben läßt, still zu halten, selbst wenn Menschen ertrinken, gar Kapitänin Carola Rackete, die humanitär unterwegs, kurzerhand angeklagt wird. Verkehrte Welt, Rettung als Straftat gebrandmarkt, Hatespeech kommt davon, mit dieser all jene geistigen Brandstifter, die auch eine hohe Mitschuld an der Ermordung von Walter Lübcke tragen.

Verwunderlich? Mitnichten. Man rufe sich kurz ins Gedächtnis, daß hierzulande eben weder die Nazi-Zeit wirkungsvoll und gerecht aufgearbeitet wurde noch die Stasi-Zeit. Vertuschen, Decken und unter den Teppich kehren, um jenen Verbrechern manchmal sogar bestimmte Pöstchen zu gönnen. Rechter Terror wird geflissentlich halbherzig beäugt. Vergleiche mit linkem Terror halten realen Mißständen nicht stand, zumal auf das Konto der Rechtsradikalen die Todeszahl enorm hoch. Eine Medienlandschaft, die obendrein sich angesichts jener Fakten eher zurückhält, tut ihr übriges. Wer mißachtet schon die Hand, die einen füttert, oder?

Umso wichtiger, daß freier Journalismus es wagt, dagegenzuhalten. Noch darf er auch hierzulande. Noch. Trotz etlicher düsterer Prognosen, denken wir an den Klimawandel, an einen unberechenbaren Donald Trump, an weltweite Aufrüstung, ans Ende des Kapitalismus, wenn Mensch bemerkt, daß der Betrug darin liegt, den größten Ellenbogen gewähren zu lassen, Humanismus keine Anwendung findet beim Verteilungskampf, ein Lichtstreifen am Horizont, ein Hoffnungsschimmer?

Aber sicher doch. Das Leid muß weiterhin Wege finden, sich zu artikulieren, dahingehend überzeugen, daß jedwedes Elend menschengemacht, Naturkatastrophen hierbei mal ausgeklammert.

„Es gibt Menschen, die sich immer angegriffen wähnen, wenn jemand eine Meinung ausspricht.“ (Christian Morgenstern)

Ganz besonders in Zeiten, wo erneut ein Mob zu toben beginnt, der ohnehin lieber aus Bequemlichkeit bösartigen Demagogen hinterherhechelt!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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