Dank Kevin endlich mal ne Sozialdebatte


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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Keineswegs geht’s um den, der allein zu Haus, mit solch billigen Filmen mag man sich an anderen Stellen auseinandersetzen, die Rede ist von Kevin Kühnert, dem Juso-Chef. Hoffentlich nicht mit selbigem Anliegen wie seine Vorgänger unterwegs. Man erinnere an Mister „Ich will hier rein“, der am Zaun des Kanzleramtes lautstark rüttelte und an die jetzige Chefin der Sozialdemokraten.

Vielleicht hat er auch exakt den richtigen Ton angeschlagen mit seiner Sozialdebatte, um selbstverständlich polemisch zu übertreiben. Das ist nicht nur legitim, sondern dringend notwendig, besonders ablesbar anhand des Aufschreis politischer Kollegen aller Parteien, vorneweg vom Sigi, der gleich eine Methode Trump Kevin unterstellt. Man sollte derart kleingeistige Narzißten wie „Humpty-Trumpty“ nicht zitieren, um damit Kritik zu rechtfertigen. Das paßt so gar nicht als Vergleich. Was haben mafiöse Praktiken mit sozialistischem Gedankengut gemein?

Gleichwohl sollte man die Kirche besser im Dorf lassen, Katrin Budde, der ehemaligen Wirtschaftsministerin in Sachsen-Anhalt, scheint wohl entgangen zu sein mit ihrer Forderung, die Debatte über das rechte Maß an Privatisierung und staatlichen Betrieben im Osten Deutschlands hätte man zu Beginn, also 1990 führen müssen, daß ein einjähriger Kevin sich nicht als Wunder-Baby an solchen Diskussionen beteiligen kann.

Alle Parteien im Deutschen Bundestag fühlen sich angesichts Kevin Kühnerts losgetretenen Argumenten betroffen und angegriffen, außer Die Linke, Katja Kipping stimmt ihm eher zu. Alexander Dobrindt tönt gegenüber der „Bild am Sonntag“ von einem „DDR-Verharmloser“, während im Gegenzug der stellvertretende SPD-Vorsitzende, Ralf Stegner, der Union vorwirft, sie vertrete die Interessen der Reichen und Topverdiener, Kevin Kühnert würde berechtigterweise explodierende Mieten, den Klimawandel und Profitgier ansprechen.

Der Kapitalismus fährt mit maßlos überhöhter Geschwindigkeit gegen die Wand, applaudierende, ewig gestrige Zuschauer hofieren obendrein dessen nicht zu übersehende Verfehlungen, feiern und baden sich selbst in ihrer stoischen Ignoranz ob des zunehmenden sozialen Elends auf der einen Seite und eines Überreichtums auf der anderen.

Wenn dann ein Kevin Kühnert endlich mal diese Sozialdebatte lostritt, stürzen sich etliche wie die Geier auf dessen Wagemut. Wenigstens aufmerksame Medien belichten das Thema, auch wenn erneut eine „Lügenpresse“ hüben wie drüben des Atlantiks beschimpft wird, die Problematik läßt sich nicht einfach wegdenken, sie artikuliert sich schärfer. Ein dringend notwendiger Prozeß.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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