Welt der Meere in Gefahr


© Lotar Martin Kamm

Mythenrankend verbirgt sie ihre Geheimnisse

Kein Wesen auf Erden handelt dermaßen unklug, arrogant und selbstzerstörerisch wie der Mensch. Dabei wagt Homo sapiens mittels seines Forscherdrangs sich wissenschaftlich  in Gebiete vor, die noch kürzlich unerreichbar galten, denken wir an die Astronomie, die selbst entfernteste Winkel im Universum inzwischen aufzuspüren vermag.

Doch vor eigener Haustür, wenn wir an die Küsten unserer geringen Landmassen herantreten, umspült unsere Füße im Gezeitenwellengang die Meereswelt ihr nasses, salzhaltiges Element, um trotzdem mythenrankend ihre Geheimnisse zu verbergen. Demutsvoll die einen noch deren Sinn erfassen mögen, während die anderen vielfach abgelenkt dem Festland verpflichtet kaum Notiz nehmen, was da Mutter Erde bereithält.

Seewege und wirtschaftliche Ausbeutung

Als noch keine Motoren Schiffe fortbewegten, dienten uns Segelschiffe, um weltweit auf bestimmten Seewegen die jeweiligen Kontinente zu erreichen. Dieses Wissen der einzelnen Routen in Abhängigkeit der unterschiedlichen Winde eignete sich der Mensch im Laufe der Jahrtausende an, war er doch minimum vor knapp 10.000 Jahren bereits in der Lage, die Hohe See per Wasserfahrzeuge zu durchqueren.

Ganz seinem geschäftstüchtigen Expansionskurs folgend, bereiste und erforschte er die weltweiten Landmassen, verhalfen Seewege den Abtransport wirtschaftlicher Ausbeutung. Und was ihm zweckdienlich über den Weg schwamm, in diesem Fall sämtliche Fische in den Meeren bis hin zu den größten Säugetieren, den Walen, nützte ihm in erster Linie als Nahrung. Solange die menschliche Bevölkerung noch weltweit eher gering vertreten, die Fangmethoden nicht gar so effektiv wie heutzutage, überlebten die Fischarten. Allerdings mit zunehmend extrem anwachsender Bevölkerung dezimieren sich die Meeresbewohner.

Ökologisches Gleichgewicht außer Rand und Band

„Ich weiß, daß ich nicht weiß“, sagte mal Sokrates. Das sollte Mensch sich ganz besonders fürs Meer verinnerlichen. Dessen nach wie vor uns unbekannte Welt wird allein schon aufgrund des Umstandes seiner Größe im Verhältnis zur wesentlich kleineren Landmassenlandschaft ziemlich deutlich. Obendrein vermögen wir zu Lande wenigstens tagsüber das Sonnenlicht zur besseren Beobachtung sinnvoll nutzen, hingegen aber in den Tiefen der Ozeane ewige Finsternis herrscht, die ein winziges Stückweit mittels Unterwasserscheinwerfer erhellt werden kann, dennoch niemals den Raum wir wirklich erfassen.

Völlig unbedarft nutzen und beuten wir das kostbare Naß aus, trotz lieb gemeinter Walfangregelung kündigt Japan Rückkehr zum komerziellen Walfang an. Keiner kann ernsthaft die weltweiten Schäden des Ressourcen-Raubbaus kleinreden oder gar weiterhin ignorieren, auch wenn inzwischen gigantische Plastikmüllmassen auf den Ozeanen schwappen, ganz langsam ein gewisses Bewußtsein entsteht, daß die Weltmeere sehr entscheidend dazu beitragen, das ökologische Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, findet real menschliche Ignoranz stets neue Ausreden des kriminellen Verhaltens.

Warnende Stimmen erschaffen nicht nur Gleichnisse

Wer sich eindringlich auszudrücken vermag mittels künstlerischer Fähigkeiten, hat etwas der Nachwelt mitzuteilen. Denken wir an Jules Vernes „Vingt mille lieues sous les mers“ (20.000 Meilen unter dem Meer), an den Zeichentrickfilm „Finding Nemo“ oder an Frank Schätzings Roman „Der Schwarm“.

Letzterer hat allerdings gleich einen sehr entscheidenden Aspekt: eine eindringliche Warnung an die Menschheit selbst. Selbstverständlich beharrt der Autor auf sein Anliegen, obgleich ihm die zwischenmenschlichen Dialoge und Charaktere der Romanfiguren ein wenig entgleiten, so schafft es Schätzing dennoch, uns wesentlich kritischer und wie mit neugierig fragenden Kinderaugen hinzuschauen in die rätselhafte Welt der Meere, den derzeitigen Istzustand zu überdenken. Selbst Parallelen zu Tanja Kinkels „Götterdämmerung“, die ihren Roman zuvor verfaßte, kann man erkennen: nicht über die Meereswelt, aber die menschliche Gleichgültigkeit, der jedes Mittel recht ist, um die eigene Macht auszubauen.

Was nehmen wir mit an Zweifeln und eindringlicher Vorstellung, inwieweit Mensch das Meer nunmehr betrachtet? Am Ende doch dessen Freiheit, Wahrheit und Lebensquelle, die es unter allen Umständen zu bewahren gilt?!

„Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer!“ (Antoine de Saint-Exupéry)

 Lotar Martin Kamm

 Kategorie: Quergedachtes

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