Kontra Kopftuch gleich rechts, pro Kopftuch letztlich frauenfeindlich?


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Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0

Susanne Schröter wird „antimuslimischer Rassismus“ vorgeworfen

Da paßt so manches überhaupt nicht zusammen, Widersprüche soweit das Auge reicht, wobei die Positionen ziemlich schnell auf den Punkt gebracht sind. Wer völlig zu Recht die Ausweitung des Hidschāb-Gebotes einem frauenfeindlichen Islam vorwirft, muß nicht zwangsläufig generell diese Weltreligion an den Pranger stellen, schließlich gibt es viele Länder, in denen islamische Frauen sich dem unterordnen müssen.

Wer tatsächlich meinte, religiöse Differenzen würden in der Neuzeit, erst recht seit des Jahrtausendwechsels der Vergangenheit angehören, der wurde zunächst mittels 9/11 eines Besseren belehrt, da hatten wohl manche ein sehr großes Interesse, einen terroristischen Islamismus zu fördern, egal ob per verschwörungstheoretischen Annahmen oder weil das Timing entsprechend politische Weichenstellungen nach sich zog.

Diskussion an Frankfurter Goethe-Universität unerwünscht

Die Ethnologin, Prof. Dr. Susanne Schröter, Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI), rief eine Konferenz unter dem Motto „Das Kopftuch – Symbol der Würde oder der Unterdrückung?“ jetzt zum 08. Mai ins Leben, was prompt eine Kopftuchdebatte über Rassismus auslöste.

Anonyme Verfasser warfen der Direktorin vor, sie würde damit rechtspopulistische Themen aufgreifen. Schon schnappt die Falle zu, auch in der deutschen Gesellschaft nimmt jene Neue Rechte einen immer größeren Raum ein, wird jedwede kritische Haltung einem Schwarz-Weiß-Denken in Kategorien „rechts“ oder „links“ zugeordnet, statt sachlich hautnah am Thema zu bleiben: der Versuch der Klärung, inwieweit Frauen im Islam weiterhin unterdrückt werden, und sei es mit Kopftuchzwang.

Gerade die Islam-Expertin kümmert sich um sachliche Auseinandersetzung

Was Susanne Schröter bereits in etlichen Publikationen anschaulich verdeutlichte, im Interview mit der FNP vor über vier Jahren näher erläuterte, „Muslime seien in einer schwierigen Situation“.

Wer die weitere Entwicklung seitdem genauer beobachtet, weiß angesichts etlicher Terroranschläge und vor allem durch den gezielt ins Leben gerufenen Terror des IS, daß der Worst Case eher zutrifft, den es besser zu vermeiden galt, wie die Ethnologin anriet. Man kann sich des Eindrucks nicht verwehren, daß von einer friedlichen Coexistenz der beiden Weltreligionen, zwischen dem Christentum und dem Islam, kaum bis gar kein Interesse besteht, zumal obendrein noch der neue Kalte Krieg sich hinzugesellt, im Nahen und Mittleren Osten immer mehr Spannungen und Kriege entstehen.

Wissenschaftsfreiheit unerwünscht, Kriegstrommeln werden mittels anonymer Störenfriede auch in Unis begleitet, während eine unfähige Politik weit entfernt, auch hierzulande das Asylrecht zu reformieren, geschweige denn Flüchtlingen mehr Sicherheit zu bieten, zumal im Deutschen Bundestag bereits wieder ein rechter Mob sich austoben darf. Ein Freifahrtschein für schnell anwachsenden Rassismus.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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